Deutschland vor Herausforderung: Brenner-Basistunnel im Fokus
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt sich zuversichtlich, dass Deutschland seine Verpflichtungen beim Bau der Zulaufstrecke zum Brenner-Basistunnel termingerecht erfüllen wird. Während eines Besuchs der Tunnelbaustelle betonte Steinmeier das Vertrauen in Deutschlands Fähigkeit, seinen Beitrag zu leisten. Derzeit gibt es auf bayerischer Seite jedoch noch keine verbindliche Planung für die notwendige Trasse, was in der Region zu Protesten führt.
Österreich und Italien haben den Durchstich des Erkundungsstollens gefeiert und arbeiten zielstrebig auf die Inbetriebnahme des 55 Kilometer langen Bahntunnels im Jahr 2032 hin. Für Deutschland wird der Bundestag sich im Winter erneut mit der Finanzierung des Projekts befassen müssen, nachdem das Bundesverkehrsministerium auf finanzielle Engpässe bei Neu- und Ausbauprojekten hingewiesen hat.
Der Brenner-Basistunnel gilt als eines der größten europäischen Verkehrsprojekte und soll die Verbindung zwischen Nord- und Südeuropa verbessern. Insbesondere wird erwartet, dass der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird, um Staus und Umweltauswirkungen zu verringern.
Tirols Landeshauptmann Anton Mattle hofft auf eine bessere Zusammenarbeit mit dem neuen deutschen Verkehrsminister Patrick Schnieder, nachdem die Beziehungen unter dem Vorgänger Volker Wissing als schwierig beschrieben wurden. Der neue Tunnel soll die Bahnverbindung deutlich effizienter gestalten, indem die Fahrtzeit von Innsbruck nach Franzensfeste erheblich verkürzt wird und längere Güterzüge eingesetzt werden können.
Der Besuch der Baustelle markierte den Abschluss von Steinmeiers dreitägigem Staatsbesuch in Österreich, begleitet von seiner Frau und dem österreichischen Präsidenten Alexander Van der Bellen.

