Deutschland braucht ein Rettungspaket für die Solarindustrie
Die Solarindustrie in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) appelliert daher an Bund und EU, endlich ein Rettungspaket für die Branche zu schnüren. Kretschmer betont die Bedeutung der Solarindustrie für die wirtschaftliche Stärke und Souveränität Deutschlands und Europas. Ohne eine schnelle Reaktion stünden viele Arbeitsplätze im Osten Deutschlands auf dem Spiel.
Auslöser für den Hilferuf ist die Ankündigung des Unternehmens Meyer Burger, seine Modulfertigung in Freiberg schließen zu wollen. Um faire Wettbewerbsbedingungen in Europa zu schaffen, müssten rasch Maßnahmen ergriffen werden. Rund 500 Arbeitsplätze wären von der Schließung betroffen. Meyer Burger betreibt zudem eine Zellfertigung in Sachsen-Anhalt und einen Forschungs- und Entwicklungsstandort bei Chemnitz, die allerdings nicht von der Ankündigung betroffen sind. Die Solarindustrie leidet bereits seit längerem unter Preisdumping durch Solarmodule aus China.
Die Ankündigung von Meyer Burger wird von sächsischen Politikern als Weckruf verstanden. Sachsens Energieminister Wolfram Günther (Grüne) fordert ein entschlossenes Bekenntnis für die Solarindustrie aus dem Bundesfinanzministerium. Dabei seien die Instrumente zur Unterstützung der Branche bereits bekannt, es müsse lediglich deren Finanzierung gesichert werden. Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, warnt davor, dass ohne staatliche Hilfen die Solarindustrie in Deutschland eingestellt werden müsse. Bund und EU seien gefordert, auf die "Zerstörung des Solarmarktes durch chinesische Subventionen" zu reagieren.
Die Solarindustrie ist nicht nur für Deutschland von großer Bedeutung, sondern auch für die Unabhängigkeit von China. Eine starke heimische Solarindustrie kann einen wichtigen Beitrag leisten, um die Abhängigkeit von importierten Solarmodulen zu reduzieren. (eulerpool-AFX)

