Deutsches Gastgewerbe kämpft mit Umsatzrückgängen und hohen Kosten
Die Gastronomie in Deutschland steht weiterhin unter Druck, denn das Essengehen wird für viele Bürger zu einem unbezahlbaren Luxus. Laut einer neuen Analyse des Statistischen Bundesamtes ist das Gastgewerbe in der ersten Jahreshälfte tiefer in die Krise geschlittert. Eine geplante Mehrwertsteuersenkung auf Speisen im Jahr 2026 von derzeit 19 auf 7 Prozent weckt Hoffnungen in der Branche, auch wenn die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die Erwartungen an fallende Preise dämpft.
Trotz nominal stabiler Erlöse durch angehobene Preise mussten Gastronomen und Hoteliers einen realen Umsatzrückgang von 4,1 Prozent verzeichnen, während Beherbergungsbetriebe einen Rückgang von 2,6 Prozent hinnehmen mussten. Der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf gastronomische Angebote könnte laut aktuellen Einschätzungen zur weiteren Preisspirale führen. Eine Rückkehr zur ermäßigten Steuer steht zwar bevor, doch ob dies zur Entlastung der Preissituation führt, ist fraglich.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) unterstreicht, dass die Senkung der Mehrwertsteuer entscheidend für das Überleben vieler Betriebe ist. Die Steuersenkung soll notwendige finanzielle Spielräume schaffen und Vielfalt und Lebensqualität in den Innenstädten sichern. Dennoch sollen die Preisvorteile den Kunden nicht unmittelbar weitergegeben werden. Die Belastungen durch steigende Energie- und Personalkosten sind zu hoch, als dass Spielraum für Preissenkungen bliebe.
Seit Januar 2024 treibt die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent vermehrt Gaststättenbesucher dahin, Essen mitzunehmen oder auf günstigere Alternativen zurückzugreifen. Die Gewerkschaft NGG äußert sich skeptisch über die Steuerpläne und fordert stattdessen höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in der Gastronomie. Ein Umdenken sei nötig, um den Mitarbeitern im Niedriglohnbereich Perspektiven zu bieten.
Die Statistik lässt auf eine enttäuschende Sommerphase schließen, in der die Umsätze trotz steigender Preise weiter gesunken sind. Laut Datev sanken die Umsätze im Juli ebenfalls deutlich, was auf eine anhaltend angespannte Lage hindeutet.

