Deutsches Bier am Tiefpunkt: Brauereien kämpfen mit Absatzproblemen
Das deutsche Bier erlebt derzeit einen ungeahnten Einbruch, der seinen Höhepunkt im ersten Halbjahr 2025 fand. Die deutschen Brauereien verzeichneten den niedrigsten Verkauf von alkoholhaltigem Bier im In- und Ausland seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 1993, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Mit 3,9 Milliarden Litern sank der Bierabsatz im Vergleich zum Vorjahr um bemerkenswerte 6,3 Prozent. Solch markante Einbrüche gab es zuletzt während der frühen Phase der Corona-Pandemie und erneut im zweiten Halbjahr 2023.
Erstmals wurde die symbolische Marke von 4 Milliarden Litern in einem Halbjahr unterschritten. Der Rückgang war im Inland, das 82 Prozent des Gesamtvolumens ausmacht, mit 6,1 Prozent etwas geringer als im Export, der um 7,1 Prozent sank. Diese Entwicklung zeichnet ein düsteres Bild für die Branche.
Der Deutsche Brauer-Bund bringt diese Zahlen nicht nur mit der demografischen Entwicklung, sondern auch mit der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Lage in Verbindung. Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, erklärt: "Das negative Konsumklima wirkt sich ähnlich wie auf Gastronomie und Einzelhandel empfindlich auf die Brauereien aus. Besonders die Gastronomie sieht sich mit existenziellen Herausforderungen konfrontiert, die durch die Pandemie noch nicht überwunden sind." Auch auf internationaler Ebene geraten die Brauereien unter Druck, insbesondere durch Zollabkommen mit den USA.
Trotz der ernüchternden Statistik gibt es auch erfreuliche Nachrichten aus der Branche. Das Segment der alkoholfreien Biere gewinnt an Beliebtheit: Im letzten Jahr wurden 579 Millionen Liter alkoholfreies Bier produziert – fast doppelt so viel wie ein Jahrzehnt zuvor. Auch alkoholreduzierte Mixgetränke, wie Radler, konnten seit 2014 ihren Absatz um 9,3 Prozent auf 364 Millionen Liter steigern. Diese Entwicklungen bieten den Brauereien einen Hoffnungsschimmer in einer herausfordernden Zeit.

