Deutscher Reichtum auf Rekordhoch – Wachstumsdämpfer in Sicht
Das Geldvermögen der Deutschen kletterte zum Ende des ersten Quartals auf die Rekordmarke von 9.053 Milliarden Euro - ein nur marginales Plus von 9 Milliarden gegenüber dem Vorquartal. Netto verbleiben nach Abzug der Schulden 6.913 Milliarden Euro, ein ebenfalls geringfügiger Anstieg von 5 Milliarden Euro, so die Bundesbank.
Rund 37 Prozent des Brutto-Geldvermögens schlummern in Form von Bargeld und Sichteinlagen und bieten den Sparern schnelle Zugriffsmöglichkeiten. Insbesondere Haushalte mit kleineren Budgets ziehen diese sicheren Portfolios vor, befeuert durch die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank, die Festgeldangebote unattraktiver machen. Diese Verschiebung weg von Festgeld hin zu kurzfristigen Anlagen reflektiert die zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit der Sparer.
Mit knapp einem Fünftel liegt ein bemerkenswerter Anteil des Geldvermögens in Aktien, während fast 13 Prozent auf Investmentfonds und gut 28 Prozent auf Versicherungen und Pensionsansprüche entfallen. Trotz traditioneller Zurückhaltung hatten Aktien zuletzt attraktive Kursgewinne zu bieten, allein im ersten Quartal waren es laut Bundesbank 29 Milliarden Euro. Die DZ Bank prognostiziert, dass das Vermögenswachstum in den Jahren 2025 und 2026 gedämpfter ausfallen wird, da die Wachstumsraten an den Aktienmärkten nur schwer reproduzierbar sind.
Die schiere Höhe des Geldvermögens mag blenden, doch nagt die Inflation weiterhin daran. Obgleich sie sich auf rund zwei Prozent stabilisiert hat, bleiben die Renditen auf Bankeinlagen oft unzureichend, sodass die inflationsbereinigte Rendite bei unter einem Prozent verharrt. Während die vermögendsten zehn Prozent vom Kursfeuerwerk profitieren, hält der Rest der Bevölkerung sein Vermögen größtenteils in risikoarmen Anlagen. Die Zahl der Haushalte, die auf nur acht Prozent des Vermögens zugreifen können, beläuft sich auf etwa 20 Millionen.

