Deutscher Aktienmarkt steuert auf ruhigen Wochenausklang zu
Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich unbeeindruckt von den neuesten Inflationszahlen des Landes und scheint auf einen eher ruhigen Wochenausklang zuzusteuern. Trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten, die insbesondere durch den Ukraine-Konflikt und Veränderungen in der US-Zollpolitik genährt werden, verlor das einst dominante Trendthema der Künstlichen Intelligenz zuletzt an Schwung.
Der DAX, das Herzstück der deutschen Börse, schaffte es bis zum Nachmittag, sein zuvor gesteigertes Minus zu verringern und notierte wieder über der wichtigen psychologischen Marke von 24.000 Punkten. Zuletzt lag er mit 0,1 Prozent im Minus bei 24.005 Zählern, was auf einen Wochenverlust von etwa 1,5 Prozent hindeutet. Der MDax, der die mittelgroßen Unternehmen umfasst, konnte hingegen um 0,2 Prozent auf 30.410 Punkte zulegen, während der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone um 0,4 Prozent abrutschte.
Die jüngsten Daten zur Inflation in Deutschland zeigen einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Diese Zahl lag leicht über den Erwartungen der Experten. Die Kerninflation blieb wie im Vormonat bei 2,7 Prozent stabil. Michael Heise, Chefökonom bei HQ Trust, weist darauf hin, dass die Preisdynamik in den kommenden Monaten wahrscheinlich etwas über 2 Prozent bleiben wird.
Unter den Anlegern stehen Rüstungswerte erneut hoch im Kurs. Zeitgleich mit Beratungen der deutschen und französischen Regierungen über Wirtschafts- und Sicherheitsfragen in Toulon, stiegen die Aktien von Rheinmetall an der DAX-Spitze um 4,9 Prozent an. Hensoldt und Renk verzeichneten ebenfalls Kursgewinne von 4,2 beziehungsweise 3,4 Prozent.
Bei Gerresheimer führte die Ernennung eines neuen Finanzchefs zu einem Plus von 1,0 Prozent, nachdem die Aktien des Unternehmens im Laufe des Monats auf den niedrigsten Stand seit 2014 gefallen waren. Analysten erwarten, dass der neue Finanzchef von den Anlegern positiv aufgenommen wird. Bei Schaeffler verhalfen optimistische Analysteneinschätzungen zu einem Anstieg von 5,8 Prozent, da die Citigroup die Aktien auf "Buy" hochstufte und das Kursziel deutlich erhöhte. Der Zulieferer für Auto- und Industrieanwendungen könnte sich als führend im wachsenden Markt für humanoide Aktuatoren etablieren.
Zusätzlich verzeichneten die Aktien von Tonies einen Anstieg von 10 Prozent auf 7,32 Euro. Analyst Oliver Wojahn von MWB Research erhöhte das Kursziel auf 11,70 Euro und behielt seine positive Bewertung bei. Tonies plant, am 15. September seine bisher größte Produktinnovation in Europa vorzustellen.

