Deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn um 0,4 Prozent gewachsen

23. Mai 2025, 08:15 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Im 1. Quartal 2025 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands um 0,4 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal, gestützt durch stärkere Exporte und Konsumausgaben der privaten Haushalte. Im Jahresvergleich blieb das BIP preisbereinigt jedoch um 0,2 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Wiesbaden - Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 1. Quartal 2025 gegenüber dem 4. Quartal 2024 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,4 Prozent gestiegen.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, fiel das Wirtschaftswachstum damit um 0,2 Prozentpunkte höher aus als Ende April zunächst berichtet. "Grund für das gegenüber der ersten Schätzung leicht höhere Wachstum war die überraschend gute konjunkturelle Entwicklung im März", sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. "Vor allem die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe sowie die Exporte entwickelten sich besser als zunächst angenommen", so Brand weiter. Stärker gewachsen als im 1. Quartal 2025 war das BIP zuletzt im 3. Quartal 2022 (+0,6 Prozent zum 2. Quartal 2022).

Der Handel mit dem Ausland nahm im 1. Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt kräftig zu: So wurden insgesamt 3,2 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert, ausgehend von einem verhaltenen 4. Quartal 2024. Insbesondere die Ausfuhren von pharmazeutischen Erzeugnissen sowie von Kraftwagen und Kraftwagenteilen - beide sind bedeutende Exportgüter für den US-Markt - legten deutlich zu. Vorzieheffekte im schwelenden Handelskonflikt mit den USA dürften daher zu der positiven Entwicklung beigetragen haben. Die Importe stiegen zu Jahresbeginn ebenso, aber mit +1,1 Prozent weniger stark als die Exporte.

Die privaten Konsumausgaben zogen im 1. Quartal 2025 stärker an als noch in den Vorquartalen. Sie stiegen preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,5 Prozent im Vergleich zum 4. Quartal 2024. Dagegen sanken die Konsumausgaben des Staates um 0,3 Prozent. Grund hierfür dürften vor allem die vorläufigen Haushaltsführungen des Bundes und einiger Bundesländer sein, wodurch insbesondere staatliche Ausgaben für Sachaufwendungen reduziert wurden. Insgesamt nahmen die Konsumausgaben gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent zu.

Zugleich wurde mehr investiert als im 4. Quartal 2024: Sowohl in Bauten (+0,5 Prozent) als auch in Ausrüstungen (+0,7 Prozent) waren die preis-, saison- und kalenderbereinigten Investitionen höher als im Vorquartal, was jeweils den zweiten Anstieg in Folge darstellt. Insgesamt erhöhten sich die Bruttoanlageninvestitionen zum Jahresbeginn um 0,9 Prozent.

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung war im 1. Quartal 2025 insgesamt um 0,6 Prozent höher als im 4. Quartal 2024, nach zuletzt vier Rückgängen in Folge. Sowohl das Baugewerbe (+0,9 Prozent) als auch das Verarbeitende Gewerbe (+1,0 Prozent) konnten ihre Wirtschaftsleistung nach Rückgängen in den Vorquartalen steigern. Innerhalb der Industrie konnten vor allem die chemische Industrie, der Maschinenbau sowie die Automobilindustrie ihre Produktion im Vergleich zum Vorquartal erhöhen. Die Produktion von Metallerzeugnissen ging dagegen im Vorquartalsvergleich zurück. Innerhalb der Dienstleistungsbereiche war die Entwicklung zweigeteilt: Die Bereiche Information und Kommunikation (+1,7 Prozent) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe (+1,1 Prozent) konnten ihre Wertschöpfung deutlich erhöhen. Während die Wirtschaftsleistung bei den Unternehmensdienstleistern gegenüber dem Vorquartal stagnierte (0,0 Prozent), nahm sie bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern (-0,8 Prozent), den sonstigen Dienstleistern (-0,3 Prozent) und im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (-0,2 Prozent) ab.

Im Vorjahresvergleich lag das BIP im 1. Quartal 2025 preisbereinigt um 0,2 Prozent niedriger als im 1. Quartal 2024. Preis- und kalenderbereinigt stagnierte es im Vergleich zum Vorjahresquartal (0,0 Prozent).

Die Investitionen sanken im 1. Quartal 2025 preisbereinigt um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit setzt sich der bereits über zwei Jahre andauernde Rückgang des Investitionsvolumens im Vorjahresvergleich fort. Die Ausrüstungsinvestitionen gingen um 3,8 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2024 zurück. In Bauten wurde im 1. Quartal 2025 ebenfalls weniger investiert als im Vorjahreszeitraum, der Rückgang fiel jedoch mit -1,0 Prozent weniger stark aus.

Einen Zuwachs zum Vorjahresquartal verzeichneten dagegen die privaten Konsumausgaben, die preisbereinigt um 0,5 Prozent zunahmen. Darunter stiegen insbesondere die Konsumausgaben für Gesundheit und Verkehr, während unter anderem die preisbereinigten Ausgaben für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen zurückgingen. Auch der Staat erhöhte im 1. Quartal 2025 seine Konsumausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, sie stiegen um 2,6 Prozent. Der Zuwachs war insbesondere auf höhere soziale Sachleistungen zurückzuführen, etwa für Krankenhausbehandlungen, Medikamente und Pflege.

Die Entwicklungen im Außenhandel gegenüber dem Vorjahresquartal waren im 1. Quartal 2025 weiterhin zweigeteilt: Die Exporte sanken preisbereinigt um 1,1 Prozent. Während die Exporte von Dienstleistungen leicht zulegten (+0,2 Prozent), ging die Ausfuhr von Waren zurück (-1,4 Prozent), unter anderem bedingt durch geringere Ausfuhren von Maschinen sowie Kraftwagen und Kraftwagenteilen. Die Importe nahmen dagegen um 2,5 Prozent zu. Sowohl die Einfuhr von Waren (+2,8 Prozent) als auch von Dienstleistungen (+2,0 Prozent) wuchsen dabei gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich. Innerhalb der Warenimporte zeigten insbesondere Metalle und Erzeugnisse des sonstigen Fahrzeugbaus eine positive Entwicklung. Bei den Dienstleistungsimporten waren die Telekommunikationsdienstleistungen sowie sonstigen unternehmensbezogenen Dienstleistungen im Plus.

Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung sank im 1. Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal insgesamt um 0,7 Prozent. Während die Bruttowertschöpfung der Dienstleister stagnierte (0,0 Prozent), verzeichnete das Verarbeitende Gewerbe mit -1,6 Prozent erneut einen Rückgang. Das Baugewerbe musste mit -3,5 Prozent im Vorjahresvergleich abermals eine deutliche Abnahme der Wertschöpfung hinnehmen. Dabei sank die Produktion im Baugewerbe in allen Unterbereichen: Im Hochbau und im Ausbaugewerbe setzten sich die Produktionsrückgänge aus dem 4. Quartal 2024 fort. Der Tiefbau verzeichnete nach vier Quartalen in Folge mit Zuwächsen im Vorjahresvergleich erstmals wieder einen Produktionsrückgang.

Innerhalb der Dienstleistungsbereiche erwirtschaftete im 1. Quartal 2025 vor allem der zusammengefasste Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit +1,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch der Bereich Information und Kommunikation (+0,7 Prozent) sowie die sonstigen Dienstleister (+0,1 Prozent) konnten ihre preisbereinigte Wirtschaftsleistung erhöhen. Demgegenüber standen Rückgänge der Finanz- und Versicherungsdienstleister (-3,8 Prozent) sowie der Unternehmensdienstleister (-1,0 Prozent). Im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe stagnierte die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Wirtschaftsleistung wurde im 1. Quartal 2025 von rund 45,8 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 60.000 Personen oder 0,1 Prozent weniger als im 1. Quartal 2024. Anhaltende Rückgänge im Produzierenden Gewerbe und im Baugewerbe standen dabei dem Anstieg im Dienstleistungsbereich gegenüber.

Im Durchschnitt wurden je erwerbstätiger Person mehr Arbeitsstunden geleistet als im 1. Quartal 2024 (+0,4 Prozent). Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen - also das Produkt aus der Erwerbstätigenzahl und den durchschnittlich geleisteten Stunden je erwerbstätiger Person - erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 0,2 Prozent. Das ergaben vorläufige Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität - gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde - nahm gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 Prozent ab. Je Erwerbstätigen gerechnet war sie nur um 0,1 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

In jeweiligen Preisen gerechnet waren das BIP im 1. Quartal 2025 um 2,4 Prozent und das Bruttonationaleinkommen um 3,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das Volkseinkommen wuchs gegenüber dem 1. Quartal 2024 um 2,9 Prozent. Nach vorläufigen Berechnungen stieg das Arbeitnehmerentgelt um 4,6 Prozent, die Bruttolöhne und -gehälter nahmen um 3,9 Prozent zu, während die Unternehmens- und Vermögenseinkommen um 1,3 Prozent abnahmen. Da sich die Zahl der Arbeitnehmer nur geringfügig erhöhte, verzeichneten die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer ebenfalls ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Netto fiel der Anstieg mit +2,6 Prozent geringer aus. Ursache hierfür ist, dass die Bruttolöhne und -gehälter im 1. Quartal 2025 einen deutlich höheren Anteil an Abgaben enthalten, da die abgabenfreien Inflationsausgleichsprämien im Vergleich zum Vorjahresquartal wegfielen.

Da der Konsum der privaten Haushalte im Vorjahresvergleich etwas stärker zulegte (+3,2 Prozent) als ihr Einkommen (+2,5 Prozent), reduzierte sich die Sparquote auf jetzt 13,0 Prozent. Im 1. Quartal 2024 hatte sie bei 13,6 Prozent gelegen.

Zu Jahresbeginn lag die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands im internationalen Vergleich leicht oberhalb des europäischen Durchschnitts: In der Europäischen Union (EU) insgesamt war die Wirtschaftsentwicklung im 1. Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal mit +0,3 Prozent etwas schwächer als in Deutschland (+0,4 Prozent). Von den anderen großen EU-Mitgliedstaaten verzeichnete Spanien mit +0,6 Prozent das stärkste Wachstum des preis-, saison- und kalenderbereinigten BIP. In Italien (+0,3 Prozent) und Frankreich (+0,1 Prozent) stieg die Wirtschaftsleistung ebenfalls. In den USA sank das BIP im Vergleich mit dem 4. Quartal 2024 dagegen um 0,1 Prozent. Die konjunkturelle Entwicklung verlief damit schwächer als in den meisten EU-Mitgliedstaaten. Im preis-, saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich stagnierte die Wirtschaftsleistung in Deutschland (0,0 Prozent), während sie in der EU insgesamt um 1,4 Prozent anstieg, so die Statistiker.

Wirtschaft / Deutschland
23.05.2025 · 08:15 Uhr
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