Deutsche Wirtschaft: Steuerpaket als unzureichender Schritt zu mehr Dynamik
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht im geplanten Steuerentlastungspaket der Bundesregierung ein wichtiges, aber noch unzureichendes Signal zur Belebung der wirtschaftlichen Dynamik. Wie DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte, bietet das Gesetz zwar notwendige Maßnahmen, doch ein wirklicher 'Befreiungsschlag' sei es nicht. Weitere entschlossene Schritte müssten rasch folgen, um die konjunkturelle Lage merklich zu verbessern.
Das Bundeskabinett plant zur Wochenmitte milliardenschwere Steuerentlastungen, die unter anderem verbesserte Abschreibungsbedingungen für Investitionen wie neue Maschinen umfassen. Dies soll durch einen stufenweisen Abbau der Körperschaftssteuer ab 2028 ergänzt werden. Allerdings könnten die steuerlichen Mindereinnahmen Widerstand im Bundesrat nach sich ziehen.
Unternehmer fordern vor allem eine einfachere Steuererhebung und eine umfassende Digitalisierung der Prozesse. Insbesondere die Belastungen durch die Gewerbesteuer sollten gesenkt werden, so Melnikov. Zudem solle die weltweite Mindestbesteuerung vorerst ausgesetzt werden, bis internationale Übereinkünfte erzielt sind. Diese Maßnahmen könnten umgehend Vertrauen in die Politik schaffen und ein positives Signal an die Unternehmen senden.
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt angespannt, da sich Unternehmen mit Investitionen zurückhalten. Nach zwei Rezessionsjahren erwartet die DIHK für das laufende Jahr einen leichten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 0,3 Prozent. Diese Einschätzung ist pessimistischer als die Prognosen der Bundesregierung und der Wirtschaftsweisen, die für das Jahr 2025 mit Stagnation rechnen.

