CLARITY Act: Chancen auf Verabschiedung bis 2026 schwinden laut TD Cowen
Die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act in diesem Jahr Gesetz wird, nimmt ab, obwohl der Gesetzentwurf wichtige Hürden im Senat überwunden hat. Dies berichtet TD Cowen. Trotz der erfolgreichen Passage durch den Landwirtschaftsausschuss und den Bankenausschuss des Senats scheint eine vollständige Abstimmung im Senat und die endgültige Genehmigung vor Jahresende zunehmend unwahrscheinlich.
Neue Hindernisse für den CLARITY Act
Jaret Seiberg, Managing Director bei TD Cowen, äußerte in einer Mitteilung, dass sein Team pessimistisch bleibt, was die Verabschiedung des CLARITY Act in diesem Jahr betrifft. Der Hauptgrund sei politischer Natur: Die Frage, ob die Demokraten den Gesetzentwurf unterstützen können, wenn er Bestimmungen zur Regelung von Interessenkonflikten des Präsidenten enthält.
Gleichzeitig warnte Seiberg, dass die Republikaner zögerlicher werden könnten, das Gesetz voranzutreiben, wenn dies bedeutet, gegen Änderungen zu stimmen, die auf Trump-bezogene Bedenken abzielen. Der Fortschritt im Bankenausschuss des Senats signalisiere nicht unbedingt eine breite parteiübergreifende Einigung. Vielmehr habe sich der Kampf in den gesamten Senat verlagert, ohne die zugrunde liegenden Streitigkeiten zu lösen.
Seiberg verwies auch auf mehrere Trump-bezogene Entwicklungen, die das politische Umfeld für den CLARITY Act erschweren. Ein Treiber sei ein bereits gelöster Rechtsfall mit dem Internal Revenue Service (IRS).
Steigende Spannungen in Washington
Der Streit führte zur Schaffung eines Anti-Waffen-Fonds in Höhe von $1,776 Milliarden und verbietet dem IRS dauerhaft, frühere Steuererklärungen von Trump, seiner Familie und verbundenen Unternehmen zu prüfen. Seiberg sieht in den Folgen dieses Streits eine weitere Erhöhung der Spannungen in Washington, was es schwieriger macht, einen Konsens über Gesetze wie den bereits verzögerten CLARITY Act zu finden.
Seiberg verwies auch auf einen kürzlich erschienenen Bericht der New York Times, der behauptet, dass Vorhersagemärkte und kryptobezogene Interessen die Bemühungen um die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) beeinflusst haben könnten. Er betonte, dass die Behauptungen bislang nicht bestätigt wurden. Dennoch verwies er auf eine Antwort von CFTC-Vorsitzendem Michael Selig, der der New York Times sagte, dass sich die Behörde auf schwerwiegende Verfehlungen konzentriere und keine „Lieblinge“ habe.
Ein weiterer Faktor, der in der Mitteilung von TD Cowen erwähnt wird, sind kürzlich veröffentlichte Regierungsfinanzberichte. Diese Berichte zeigten, dass im ersten Quartal 2026 etwa 3.600 Aktiengeschäfte im Namen von Trump ausgeführt wurden. Seiberg argumentierte, dass die damit verbundenen Kontroversen es wahrscheinlicher machen, dass die Gesetzgeber Verzögerungen dem Handeln vorziehen – insbesondere, da die Zwischenwahlen näher rücken und der politische Kalender das Zeitfenster für weitere Verschiebungen verkleinert.

