Deutsche Wirtschaft startet mit Rückenwind ins Jahr: Positiver Trend beim BIP-Wachstum
Die deutsche Wirtschaft zeigt in diesem Jahr eine vielversprechendere Entwicklung, als zunächst vermutet: Im vierten Quartal 2025 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum vorherigen Quartal stärker als zuerst prognostiziert. Das Statistische Bundesamt korrigierte seine Berechnungen von ursprünglich 0,2 Prozent auf nun 0,3 Prozent Wachstum. Dieser positive Trend ist maßgeblich auf erhöhte private und staatliche Konsumausgaben zurückzuführen, wie die Experten des Statistikamts erläuterten. Trotz eines minimalen Anstiegs um 0,2 Prozent über das gesamte Jahr 2025, verfehlte Deutschlands Wirtschaft knapp den Hattrick einer Rezession.
In den Jahren 2023 und 2024 war die größte Volkswirtschaft Europas mit Rückgängen von 0,9 Prozent und 0,5 Prozent in die Rezession gerutscht. Für das aktuelle Jahr könnten staatliche Milliardeninvestitionen in Infrastrukturprojekte sowie Verteidigung der Konjunktur zusätzlichen Schub verleihen. Darüber hinaus dürfte die Wirtschaft von einer höheren Zahl an Arbeitstagen profitieren, da mehr Feiertage auf Wochenenden fallen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet daher mit einem Wachstum von 1,1 Prozent, während die Bundesregierung ein Plus von 1,0 Prozent erwartet. Ökonomen sehen einen deutlichen Aufschwung erst ab 2027, wenn die umfassenden staatlichen Investitionen ihre volle Wirkung entfalten. Dennoch warnen Experten, dass Reformen notwendig sind, um die Lockerung der Schuldenbremse und die damit finanzierten Ausgaben nachhaltig und nicht nur als vorübergehendes Strohfeuer wirken zu lassen.
Für anhaltende Unsicherheit sorgt US-Präsident Donald Trump, der regelmäßig mit neuen Zöllen droht. Höhere Zölle hatten im vergangenen Jahr die Exporte „Made in Germany“ in die USA, Deutschlands wichtigstes Exportland, schrumpfen lassen – um 0,3 Prozent, das dritte Jahr in Folge. Auch der Wettbewerb aus China setzt Deutschlands Exportwirtschaft unter Druck, insbesondere in der Automobilbranche, wo Zehntausende Arbeitsplätze verloren gingen.

