Deutsche Winzer in der Wetterklemme – Weinmosternte schrumpft deutlich
Das Weinjahr 2024 stellt die deutschen Winzer vor erhebliche Herausforderungen. Aufgrund eines feuchten Frühjahrs und extremer Wetterbedingungen verzeichnete die Ernte mit insgesamt 7,75 Millionen Hektolitern Weinmost einen Rückgang von fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekanntgab.
Verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2023 zeigt sich ein noch deutlicheres Minus von zwölf Prozent. Diese Entwicklung liegt damit selbst unter den bereits pessimistischen Schätzungen des vergangenen Oktobers, die damals von unter 8,3 Millionen Hektolitern ausgingen. Auffällig ist jedoch, dass der Rückgang regional stark variiert.
In den bedeutenden Weinregionen Rheinhessen und Pfalz – wo mit insgesamt 54,5 Prozent mehr als die Hälfte des deutschen Weins produziert wird – blieb das Volumen auf Vorjahresniveau. Im Gegensatz dazu erlebten andere Anbaugebiete erhebliche Einbußen: In Baden sank die Produktion um ein Viertel, in Württemberg um 18 Prozent und in Franken um mehr als 26 Prozent.
Besonders stark traf es die kleineren Anbaugebiete, die prozentual die größten Verluste hinnehmen mussten: In Sachsen brach die Ernte um fast 69 Prozent ein, das Gebiet Saale-Unstrut verzeichnete ein Minus von 64 Prozent und die Ahr sah sich mit einem Rückgang von 55 Prozent konfrontiert.
Der Niederschlag im Frühjahr begünstigte laut Statistischem Bundesamt das Aufkommen von Pilzkrankheiten, während späte Fröste, Hagel, Stürme und Starkregen örtlich die Ernte beeinträchtigten. Von der Jahresproduktion entfallen etwas mehr als zwei Drittel auf Weißweine, während Rotweine, einschließlich Rosé, ein Drittel ausmachen. In Flaschen von 0,75 Litern umgerechnet, entspricht die Erntemenge etwa einer Milliarde Flaschen.

