Deutsche Staatsanleihen im Aufwind – Wirtschaftsprognosen gedämpft
Die Kurse der deutschen Staatsanleihen haben am Mittwoch erneut an Fahrt aufgenommen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future konnte um 0,14 Prozent auf 128,04 Punkte zulegen. Zugleich verharrte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe bei soliden 2,85 Prozent. Von der deutschen Wirtschaft hingegen kamen zurückhaltende Signale. Die Bundesregierung revidierte ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum für das Jahr 2026 nach unten. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU präsentierte den Jahreswirtschaftsbericht und verkündete ein erwartetes Wachstum von lediglich einem Prozent, nachdem zuvor ein Zuwachs von 1,3 Prozent prognostiziert worden war.
In den USA richtet sich der Blick der Investoren auf die kommende geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve. Obwohl Zinssenkungen als unwahrscheinlich gelten, erwartet man eine stabile Leitzinsspanne zwischen 3,50 und 3,75 Prozent. Ein entscheidender Faktor ist die anhaltend hohe Inflation, wie die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen betonen. Auch die leichte Stabilisierung des Arbeitsmarktes wird hier als Grund genannt. Sollte die Fed den Leitzins konstant halten, würde sie damit den Druck aus dem Weißen Haus ignorieren. Präsident Donald Trump hat sich wiederholt für Zinssenkungen eingesetzt und übte dabei scharfe Kritik an Notenbankpräsident Jerome Powell. Die Landesbank Hessen-Thüringen spekuliert darüber, dass Trump die geldpolitische Entscheidung der Fed als Gelegenheit nutzen könnte, einen neuen Notenbankchef zu benennen, der seinen Vorstellungen einer lockeren Geldpolitik eher entspricht. Die Amtszeit von Powell endet regulär im Mai, und es gibt bereits eine Reihe von möglichen Nachfolgern.

