Deutsche Industrie in der Krise: Dramatischer Stellenabbau und vorsichtige Zukunftsaussichten

Die deutsche Industrie befindet sich auf einem steilen Abstiegspfad, wie eine aktuelle Analyse der Beratungsgesellschaft EY offenbart. Insgesamt sank die Beschäftigungszahl 2025 um beachtliche 124.000 Jobs, was einem Rückgang von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders hart getroffen wurde die angeschlagene Autobranche, die allein 50.000 Arbeitsplätze einbüßte. Dagegen kam die Chemie- und Pharmaindustrie mit lediglich 2.000 verlorenen Stellen relativ glimpflich davon.
Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY, warnt vor den anhaltenden Schwierigkeiten der Branche, die seit 2023 unter einem Umsatzrückgang von fast fünf Prozent leidet. Der Stellenabbau sei bislang noch moderat, doch um einen weiteren Verlust von Arbeitsplätzen zu verhindern, sei ein spürbarer Aufschwung erforderlich.
Während der Umsatz in der Industrie 2025 um 1,1 Prozent sank, konnten Branchen wie die Metallindustrie und Elektrotechnik positive Entwicklungen verzeichnen. Langfristige Prognosen zeichnen ein düsteres Bild: Seit 2019 gingen rund 266.000 Jobs in der Industrie verloren, was besonders die Auto- und Textilindustrie mit Rückgängen von 13 beziehungsweise 16 Prozent schwer traf.
Im Gegensatz dazu konnte die Beschäftigung in der Chemie- und Pharmaindustrie um drei Prozent zunehmen, während die Elektroindustrie zwei Prozent mehr Jobs zählte. Im laufenden Jahr könnte der Personalabbau aufgrund schwacher Auftragslage und wachsendem Wettbewerbsdruck weitergehen. Insolvenzsteigerungen, insbesondere bei Autozulieferern, tragen zusätzlich zur Unsicherheit bei.
Autokonzerne verlagern zunehmend ihre Produktion ins Ausland, was weitere Arbeitsplätze im Inland kosten könnte. Obschon Wirtschaftsexperten für 2026 ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent prognostizieren, erwarten sie erst 2027, dass milliardenschwere staatliche Investitionen in Rüstung und Infrastruktur den erhofften breiten Aufschwung bringen könnten.

