Deutsche Bundesanleihen legen zu – Vorzeichen eines wachsenden Handelskonflikts?
Die deutschen Bundesanleihen haben am Dienstag an Wert gewonnen. Der als richtungsweisend geltende Euro-Bund-Future erhöhte sich um 0,17 Prozent und erreichte 129,54 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen wurde mit 2,69 Prozent beziffert.
Im Zentrum der Marktbeobachtung steht weiterhin der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und der Europäischen Union. Ein Kommentar der Dekabank hebt hervor, dass die EU derzeit eine Liste von US-Exportgütern im Wert von 76 Milliarden Euro als mögliche Reaktion auf US-Zollandrohungen vorbereitet. Diese Situation birgt ein erhebliches Eskalationspotenzial, falls keine Lösung dieses Konflikts verhandelt wird. Eine Eskalation könnte die Wachstumsprognosen für die Eurozone belasten und den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöhen, ihre Zinssätze schneller zu senken als bislang prognostiziert.
In Deutschland richtet sich der Blick der Anleger am Vormittag auf die Veröffentlichung der ZEW-Konjunkturerwartungen für den Monat Juli. Ökonomen äußern die Erwartung einer besseren Stimmung unter den befragten Anlegern des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Zeitgleich stehen in den USA die Inflationsdaten für Juni zur Debatte. Experten vermuten, dass die Zollpolitik der US-Regierung die Preissteigerung angeheizt haben könnte. Sollte die Inflationsrate jedoch erneut niedriger als erwartet ausfallen, könnte dies den Druck auf die Federal Reserve erhöhen, bereits im September die Zinsen zu senken, wie die Dekabank erläutert.

