Deutsche Bank sieht Chancen in der Berichtssaison: Gewinnwachstum trotz Widerständen erwartet
Die Analysten der Deutschen Bank blicken mit optimistischer Vorsicht auf die bevorstehende Berichtssaison. Nach einem überraschend positiven Jahresbeginn sehen die Experten um Maximilian Uleer nun Potenzial für kleinere positive Überraschungen durch europäische börsennotierte Unternehmen, bedingt durch die derzeit niedrigen Markterwartungen.
Trotz Herausforderungen wie den US-Zöllen prognostiziert das Team ein moderates Gewinnwachstum im zweiten Quartal, was im Gegensatz zu den allgemein etwas pessimistischen Markterwartungen steht. Im zweiten Quartal, das Ende Juni abgeschlossen wurde, sind spürbare Effekte der Zölle verzeichnet worden, die zu einem Rückgang im Vergleich zum vorangegangenen Quartal führen.
Zusätzlich seien makroökonomische Faktoren wie eine gesunkene Inflation, steigende Ölpreise und eine schwächelnde US-Währung als durchwachsen zu bewerten. Dennoch erwarten die Analysten über alle Sektoren hinweg einen Anstieg der Unternehmensgewinne im niedrigen, einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr, während aktuelle Markterwartungen einen Rückgang um zwei Prozent vermuten.
Besonderes Augenmerk legen die Experten auf sektorale Trends, bei denen die Energiebranche im vergangenen Quartal negativ herausgestochen ist, das durchschnittliche Gewinnniveau zu belasten. Dies sollten jedoch die Banken teilweise ausgleichen können.
Für das erste Halbjahr prognostizieren die Analysten der Deutschen Bank ein leicht positives Wachstum von einem Prozent, verglichen mit der Marktprognose von minus einem Prozent. Im weiteren Verlauf des Jahres erwarten die Analysten Fortschritte im Zollstreit, die positive Impulse und steigende Wachstumszahlen für die Gewinne bringen sollten.
Für das Gesamtjahr sieht die Deutsche Bank einen Anstieg der durchschnittlichen Unternehmensgewinne um vier Prozent voraus, während der Markt lediglich von zwei Prozent ausgeht. Damit könnte sich die Lücke im Gewinnwachstum zwischen Europa und den USA verringern, obwohl die US-Unternehmen stärker unter den Zöllen zu leiden haben werden.
Trotzdem wird für die US-Unternehmen ein Gewinnplus von fünf Prozent für das Gesamtjahr prognostiziert, sodass sie im Vergleich noch leicht vor den Europäern liegen dürften.

