Deutsche Bahn: Konsequenzen aus vermeidbarem Unglück
Der interne Untersuchungsbericht der Deutschen Bahn bringt ernüchternde Erkenntnisse ans Licht: Das Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen im Juni 2022, das fünf Menschenleben forderte und zahlreiche Verletzte hinterließ, hätte vermieden werden können. Schuld sei sowohl beim betrieblichen Personal als auch bei den verantwortlichen Vorstandsmitgliedern der damaligen Tochtergesellschaft DB Netz zu suchen.
Am besagten Tag entgleiste ein Regionalzug nach dem Ende der Schultage vor den Pfingstferien. Ein tragischer Unfall mit schwerwiegenden Folgen: Drei Waggons stürzten von den Schienen und landeten auf dem Kopf, was den Tod von vier Frauen und einem Teenager sowie Verletzungen von 78 Personen, darunter 16 Schwerverletzte, verursachte.
Der Bericht legt nahe, dass defekte Betonschwellen, deren Tragfähigkeit durch chemische Reaktionen beeinträchtigt war, den Unfall verursachten. Kritisiert wird, dass DB Netz trotz bekannter Probleme unzureichend reagierte, was letztlich das Unglück ermöglichte. Mittlerweile hat sich die Zuständigkeit für die Infrastruktur auf die neu gegründete DB InfraGo verlagert.
Die Deutsche Bahn plant rechtliche Schritte gegen die damaligen Vorstandsmitglieder und fordert Schadensersatz. Um künftige Vorfälle zu verhindern, sollen risikobehaftete Schwellen ausgetauscht werden; zwei Millionen von ihnen wurden bereits ersetzt. Weiterhin setzt die Bahn auf umfangreiche Schulungen und Maßnahmen zur Sensibilisierung.
Bereits zuvor hatte die Bundesstelle für Eisenbahnfalluntersuchung auf das Versäumnis hingewiesen, eine kritische Meldung eines Lokführers nicht fristgemäß zu bearbeiten. Trotz einer Warnung vor möglichen Gefahren blieb die Meldung unbeachtet, was jedoch nicht als alleinige Ursache des Unfalls betrachtet wird.
Im Oktober beginnt der Strafprozess gegen zwei beschuldigte Bahnmitarbeiter. Die Staatsanwaltschaft München II wirft ihnen fahrlässiges Handeln vor, das zum Tod und zu Verletzungen der Opfer führte. Ein abschließendes Urteil wird im Februar kommenden Jahres erwartet.

