Deutsche Autoindustrie vor Herausforderungen: Produktion verlagert sich in die USA

Die deutsche Automobilbranche steht vor einem Wendepunkt: Im Zuge der Auswirkungen von Trumps Importzöllen planen hiesige Hersteller eine Verlagerung der Produktion in die USA. Diese Einschätzung vertritt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Centers Automotive Research (CAR) in Bochum. Der Fachmann prognostiziert, dass die Zahl der Beschäftigten in deutschen Autowerken von derzeit rund 720.000 auf unter 700.000 sinken könnte. Für das Jahr 2027 sieht Dudenhöffer sogar einen Rückgang auf etwa 650.000 Beschäftigte voraus.
Im internationalen Fahrzeugmarkt verliert Europa zunehmend an Bedeutung, so Dudenhöffer weiter. Vor allem in Asien, mit Ländern wie Japan, Korea und China, treibt der Automarkt das internationale Wachstum voran. Die asiatischen Hersteller bestimmen mittlerweile 60 Prozent des globalen Marktes, der 2023 laut CAR-Analyse mit Verkaufszahlen von 81,3 Millionen Fahrzeugen seinen Höchststand der letzten acht Jahre erreicht. Sollte Chinas Wachstum weiter anhalten, könnte der weltweite Absatz bis 2027 auf 85,4 Millionen ansteigen.
Mit einem Umsatz von 24,3 Millionen Pkw-Verkäufen stärkt China seine Rolle als führender Einzelmarkt. Bereits 2025 produzierte das Land 30 Millionen Autos, was einem globalen Produktionsanteil von 36,6 Prozent entspricht, während Europa lediglich 15 Prozent daran hält. Für den stagnierenden deutschen Markt wird für 2026 ein Wachstum von 2 Prozent auf nahezu 2,9 Millionen Verkäufe erwartet, gefördert durch Anreize für Elektromobilität. Im Folgejahr würde sich das Wachstum jedoch wieder abschwächen, wobei Deutschland in Verkaufszahlen dennoch weltweit Rang fünf hinter China, den USA, Indien und Japan hält.
Dudenhöffer hebt die Bedeutung des chinesischen Marktes für deutsche Autobauer hervor. Exemplarisch am VW-Konzern sollten in China entwickelte und produzierte Elektroautos zum Modell werden. Kritisch äußert sich Dudenhöffer über den aufgeweichten Plan des Verbrenner-Aus bis 2035. Der Experte betont die Notwendigkeit, sich dem harten Wettbewerb in China zu stellen, denn „wer nicht in China ist, ist nicht im Autogeschäft.“

