Konflikt um Arktisinsel

Mission Arktis: Bundeswehr auf Grönland-Trip

16. Januar 2026, 18:57 Uhr · Quelle: dpa
Bundeswehr-Team kommt abends auf Grönland an
Foto: Julia Wäschenbach/dpa
Bundeswehr-Team kommt abends auf Grönland an
Bundeswehr-Soldaten erkunden Grönland als Teil einer NATO-Mission, um Arktis-Sicherheit zu stärken.

Nuuk/Berlin (dpa) - Immer mehr Soldaten in voller Montur, Schiffe der dänischen Marine vor der Küste - dieses ungewohnte Bild begegnet den Menschen in der grönländischen Hauptstadt Nuuk seit Kurzem auf den Straßen. Jetzt ist auf Einladung der Dänen ein internationaler Trupp dazugekommen - darunter auch 15 Bundeswehr-Soldaten. 

Bei eiskaltem Wetter landen sie in einer zivilen Maschine am neuen internationalen Flughafen in Nuuk. In Deutschland ist es da schon Abend. Gleich vom Flugzeug geht es mit Soldaten anderer Nationen in Busse und weiter zum Arktischen Kommando der dänischen Streitkräfte - praktisch wortlos.

Die verschärften Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland zu annektieren, haben den Anlass gegeben für die Erkundungs-Mission der Nato-Partner. 

Erst einmal gucken, wie es hier überhaupt aussieht. Und wie dick die Schlafsäcke sein müssen. So könnte man das Ziel der Mission auch beschreiben. Denn wer noch nicht hier war, macht sich keine Vorstellung davon, wie unwegsam das Terrain ist, wie abgeschnitten die Siedlungen, wie unberechenbar das Wetter. Die Insel ist größtenteils mit Eis bedeckt.

Deutschland hat Aufklärungsflugzeuge und Fregatten im Angebot

Die Gebirgsjäger der Bundeswehr haben in den vergangenen Jahren in der teils lebensfeindlichen Klimazone geübt. Sie haben auch Motorschlitten und das schwedische Raupenfahrzeug Hägglunds. Auf die besonderen Bedingungen für Übungen und Einsätze im Hohen Norden wies auch ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin hin. 

Als Möglichkeit für ein verstärktes Engagement der Bundeswehr nannte er Flüge mit den neuen Seefernaufklärern P-8 Poseidon der Deutschen Marine. «Auch der Einsatz von Fregatten oder anderen Marineeinheiten zur Seeraumüberwachung ist denkbar», sagte er und verwies auch Gefahren durch russische U-Boote. «Es gibt eine klare Bedrohungslage, und deswegen geht es auch darum, kritische Infrastruktur zu schützen, auf See, an Land und unter Wasser», sagte er. 

Damit wird aber auch klar: Es soll nicht um eine offene oder gar bewaffnete Konfrontation mit den USA um die Insel gehen. Vielmehr versuchen die Europäer, militärpolitisch einen Fuß in die Tür zu stellen. Das Angebot einer verstärkten Zusammenarbeit in der Arktis soll Trumps Argumentation entkräften, nur die USA könnten die Insel vor Russland und China schützen - und müssten sie dazu in Besitz nehmen.

Die Geheimniskrämerei ist aber groß in diesen Tagen in Nuuk. Vor dem Arktischen Kommando - einer Einheit der dänischen Streitkräfte in Nuuk - stehen sich Journalisten die Beine in den Bauch, um Infos aufzuschnappen. Doch jedes Mal, wenn ein Soldat vorbeikommt, heißt es: kein Kommentar.

Schroffe Berge und keine Straßen

«Wer hier einmarschieren will, kommt nirgendwo hin, sobald er an Land ist», sagt der Forscher Ulrik Pram Gad vom Dänischen Institut für Internationale Studien. «Keine zwei grönländischen Siedlungen sind mit Straßen verbunden. Die Küste ist von tiefen Fjorden, Gletschern und schroffen Gebirgsketten durchzogen. Für eine Reise ins Landesinnere ist eine wochenlange Überquerung des Inlandeises erforderlich.»

Vielleicht ein Grund, weshalb viele Grönländer normalerweise keine Invasion fürchten. Aber das hat sich mit Trump geändert. «Man kriegt schon Angst, wenn man morgens aufwacht und darüber nachdenkt, dass er das ernst meint», sagt der Grönländer Hans Lynge, der in Nuuk als Plattenschmied arbeitet. «Dann stehen wir da mit unseren Gewehren und können nichts machen gegen das US-Militär.»

Viele Grönländer sind deshalb dankbar, dass die Dänen sich stärker um die Sicherheit ihrer Insel bemühen wollen. Auch wenn sie sich an die Militärpräsenz - noch dazu aus so vielen unterschiedlichen Ländern - erst noch gewöhnen müssen, meint der Deutsche Nils Baum, der in Nuuk lebt. «Wir hatten das schon im Herbst, als hier eine Übung stattgefunden hat und Teile von Nuuk abgesperrt waren», erzählt der 52-Jährige. «Das kommt einem total merkwürdig vor - wir sind doch in Grönland, da hast du eigentlich überall ungehinderten Zugang.» 

Für Baum steht fest: Sollten die USA wirklich in Grönland einmarschieren, ist er weg. «Das wäre der Zeitpunkt, wo ich ganz klar sagen würde: Ich muss das Land leider wieder verlassen.»

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16.01.2026 · 18:57 Uhr
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