Der Weg zum staatlichen Tierhaltungslogo: Verzögerung und Reformbedarf
Das erwartete staatliche Tierhaltungslogo für Fleischprodukte im Supermarkt wird erst im kommenden Jahr seine Einführung erleben. Die Länderkammer hat einem Gesetz zugestimmt, das die ursprünglich für den 1. August geplante Kennzeichnungspflicht zunächst auf den 1. März 2026 verschiebt, beginnend mit Schweinefleisch. Bundesagrarminister Alois Rainer von der CSU erklärte, dass ein verpflichtendes System von Beginn an reibungslos funktionieren müsse. Die für die Umsetzung zuständigen Länder hatten mehr Zeit zur Implementierung eingefordert.
Das im Jahr 2023 von der Ampel-Koalition verabschiedete Gesetz zielt darauf ab, den Verbrauchern beim Kauf von Fleisch mehr Transparenz über die Haltungsbedingungen zu bieten. Das vorgesehene System umfasst fünf Kategorien, die von den gesetzlichen Mindestanforderungen der Stufe "Stall" bis hin zur "Bio"-Qualität reichen. Union und SPD haben angekündigt, die Verschiebung zu nutzen, um das Gesetz grundlegend zu überarbeiten und seine Anwendbarkeit in der Praxis zu sichern. Zudem soll bis zur Mitte der Legislaturperiode eine Erweiterung auf andere Tierarten sowie auf Gastronomiebetriebe erfolgen.
Schon seit 2019 gibt es in den Regalen deutscher Supermärkte eine freiwillige Kennzeichnung der großen Ketten. Das als "Haltungsform" bekannte Siegel deckt Fleisch von Schweinen sowie bereits von Rindern und Geflügel ab.

