Der tiefe Fall eines Autos: Wenn Kollisionen sich im Geldbeutel bemerkbar machen
Ein Autounfall, der in einem Totalschaden resultiert, ist sicherlich das Letzte, was ein Besitzer erleben möchte. Doch dank der Versicherung ist nicht alles verloren. Ist das Fahrzeug tatsächlich ein wirtschaftlicher Totalschaden, gleicht der Versicherer den Verlust in der Regel in Form einer einmaligen Zahlung aus, anstatt teure Reparaturen zu finanzieren. Der Prozess ist dabei komplexer, als man zunächst annimmt.
In den USA zum Beispiel definieren manche Bundesstaaten eine Schadenhöchstgrenze - etwa 75% des Marktwertes des Fahrzeugs -, ab der ein Auto als 'totalschadensreif' gilt. Stößt dieser an seine Grenzen, bleiben die Reparaturen aus, besonders wenn das Fahrzeug bereits an Wert verloren hat. Interessanterweise wurde im Jahr 2023 mehr als ein Viertel aller Kollisionsschadenansprüche als Totalschaden eingestuft. Dies ist ein markanter Anstieg um 29% seit 2020, wie aus einem Bericht von LexisNexis Risk Solutions hervorgeht.
Ein Grund für diese Entwicklung sind die steigenden Reparaturkosten, da neuere Fahrzeuge vermehrt mit teuren Technologien wie Sensoren, Kameras und Radar ausgestattet sind. Solche Komponenten erhöhen den Aufwand und die Komplexität von Reparaturen erheblich. In den letzten zwei Jahren stiegen die durchschnittlichen Reparaturkosten um 26%, wie aus der Studie von J.D. Power zur US-Auto-Schadenregulierung 2024 hervorgeht.
Bei der Versicherung gibt es mehrere Policen, die im Schadensfall greifen können, darunter die Kfz-Haftpflichtversicherung, die oft gesetzlich mindestgefordert ist, aber auch optionale Leistungen wie Kasko- und Vollkaskoversicherung. Letztere sind besonders bei finanzierten oder geleasten Fahrzeugen von Bedeutung.
Ist das Fahrzeug doch ein Totalschaden, zahlen Versicherer den tatsächlichen Barwert des Wagens – abzüglich des Selbstbehalts. Alternativ kann man die Differenz durch Verhandlungen mit der Versicherung anfechten, falls man der Meinung ist, dass das Fahrzeug mehr wert war. Hilfsmittel wie Kilometeraufzeichnungen und Wartungshistorien können hier hilfreich sein.
Spannend bleibt, wie Verbraucher durch Policen wie die Gap- oder Neuwagenersatzversicherung ihre finanziellen Risiken mindern können. Beides sorgt dafür, dass im Fall eines Totalschadens der Restbetrag eines Darlehens oder Leasings ausgeglichen wird oder ein neuer Ersatzwagen beschafft werden kann.
Für Besitzer von Unfallfahrzeugen bleibt zu beachten: Auch wenn das Auto als Totalschaden gilt, darf man es unter Umständen behalten. Doch Vorsicht ist geboten – der verbliebene Wert, etwa als Schrott, wird vom Schadenersatz abgezogen und das Fahrzeug benötigt oftmals eine zusätzliche Überprüfung, um wieder auf öffentlichen Straßen zugelassen zu werden.

