Der Erfolg der Hightech-Agenda hängt vom Engagement aller Beteiligten und aller Ministerien ab – VDI bietet Unterstützung bei Umsetzung und Weiterentwicklung an
Technologiesprung gelingt mit Ingenieurkompetenz

30. Juli 2025, 12:11 Uhr · Quelle: Pressebox
Die neue Hightech-Agenda verfolgt das Ziel, den Technologiestandort Deutschland zu stärken und Innovationsschübe zu initiieren. Die Zusammenarbeit aller Ministerien und Akteure ist entscheidend für den Erfolg.

Düsseldorf, 30.07.2025 (PresseBox) - Die von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) vorgestellte Hightech-Agenda ist ein gelungener Aufschlag mit dem klaren Ziel, mehr Anreize zu schaffen, um Innovationen und Schlüsseltechnologien zu fördern. Der Erfolg hängt auch vom Engagement anderer Ressorts der Bundesregierung ab, um wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen in Deutschland zu schaffen.

Deutschland als Technologiestandort zu stärken und bestehende Schwächen im Wissenstransfer zu überwinden, ist auch ein Kernanliegen des VDI. „Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts und die Bewältigung unserer Herausforderungen erfordern einen echten Innovationsschub und gleichzeitig wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen in Deutschland. Ingenieurinnen und Ingenieure transformieren wissenschaftliche Erkenntnisse in innovative Produkte und Verfahren, die den Anspruch haben sollten, nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit erfolgreich zu sein und damit eine globale Wirkung zu entfalten“, betont Prof. Dr.-Ing. Lutz Eckstein, Präsident des VDI.

Deshalb kann die Hightech-Agenda nur die gewünschte Wirkung entfalten, wenn alle Bundesministerien und Beteiligten aus Forschung und Industrie ihren Beitrag leisten. „Die Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz und deren Einsatzmöglichkeiten in Forschung und Industrie kann nur dann Wertschöpfung erzeugen, wenn wir auch im Bereich Datenschutz Anpassungen vornehmen und damit international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen schaffen. Daher ist hier unter anderem das Justizministerium gefragt, die Hightech-Agenda des Bundesforschungsministerium zügig zu ergänzen und datenschutzrechtliche Vorgaben rasch anzupassen. Dies ist nur ein Beispiel, denn es gibt mehrere Themenfelder und Schlüsseltechnologien, bei denen alle Ressorts der Bundesregierung für eine erfolgreiche Umsetzung der Hightech-Agenda zusammenarbeiten müssen,“ so Lutz Eckstein.

Technologische Schwerpunkte richtig – Offenheit entscheidend

Die richtige technologische Schwerpunktsetzung ist aus Sicht des VDI entscheidend: „Wir begrüßen die initiale Fokussierung auf Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Mikroelektronik, Biotechnologie, nachhaltige Mobilität und klimaneutrale Energie. Für den Industriestandort Deutschland sind auch Werkstoff- und Produktionstechnologien unverzichtbar, damit innovative Produkte und Anlagen wettbewerbsfähig hergestellt werden können. Deshalb begrüße ich den offenen Ansatz der Agenda“, so Prof. Eckstein. Erfreulich aus Sicht des VDI ist, dass das Forschungsministerium signalisiert hat, dass in der konkreten Umsetzung der Hightech-Agenda im Prozess weitere Themen und Schwerpunkte hinzukommen können. Diese Offenheit ist aus Sicht des VDI entscheidend, damit die Agenda durch konkrete Roadmaps hinterlegt und aktuell gehalten werden kann.

VDI-Präsident Prof. Eckstein betont die Bereitschaft des VDI, sich konstruktiv bei der Weiterentwicklung und Umsetzung der Hightech-Agenda der Bundesregierung einzubringen. „Wir sehen im vorgelegten Entwurf eine echte Chance, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen. Mit unserer Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ ergänzen wir die auf Technologietransfer fokussierte Agenda um eine langfristige Strategie, um ausgewählte Schlüsseltechnologien langfristig über Legislaturperioden hinaus zu beleuchten und zu treiben. Grundsätzlich ist die Stärkung heutiger und die Entwicklung künftiger Industrien und Wertschöpfungsmöglichkeiten zentral, um Wohlstand zu sichern sowie technologische Souveränität und gesellschaftliche Resilienz auszubauen. Die Hightech-Agenda ist ein guter Aufschlag hierfür,“ so Prof. Eckstein.

Neben den Schlüsseltechnologien beschreibt die Hightech-Agenda auch generell künftige Forschungsschwerpunkte. Insbesondere sollte die Gesundheitsforschung in strategischen Forschungsfeldern gestärkt werden. „Die Medizintechnik von morgen ist eines unserer zentralen Zukunftsfelder und bietet großes Potential für einen attraktiven Standort Deutschland. Aus diesem Grund befassen wir uns in der VDI-Initiative `Zukunft Deutschland 2050`auch mit diesem Thema. Ingenieure und Ingenieurinnen leisten Erstaunliches, um mit Technologien Operationsverfahren und Ärzte zu entlasten und Menschenleben zu retten“, erläutert VDI-Direktor Adrian Willig.

Hightech Made in Germany – auch im Weltraum

Zum neu formierten Ministerium gehören auch die Zuständigkeiten für Technologie und Raumfahrt, was jetzt in der neuen Hightech-Agenda den nötigen Raum bekommt. Robuste Multi-Satellitensysteme in niedrigen Umlaufbahnen sind auch aus Perspektive des VDI entscheidend für zuverlässige weltraumgestützte Informationsquellen, wie Telekommunikations-, Navigations- und Erdbeobachtungssysteme. Speziell bei Anwendungen wie dem Katastrophenschutz, der Verteidigung oder beim autonomen Fahren, existiert großes Anwendungspotenzial.

In Deutschland besteht trotz vielversprechenden Technologien im „New-Space“- Sektor in der Produktion großer Nachholbedarf, um die Herstellung größerer Zahlen von Satelliten hochzufahren. Daher empfiehlt der VDI unter anderem die Aufnahme eines Forschungsprogramms zu sicheren Multi-Satellitensystemen, um mit verteilten Sensoren auf Kleinstsatelliten die traditionellen Satelliten zu ergänzen und die Robustheit des Gesamtsystems zu steigern. Die Forschung zu technischen Grundlagen und Methoden für die Herstellung von Kleinserien dieser Satelliten sollte unterstützt werden.

Entbürokratisierung der Förderverfahren

Neben einer klaren Zielsetzung ist auch die konkrete Umsetzung der Schlüsseltechnologien wichtig. „In der Forschung bedarf es eines neuen Formats, einer „Strategischen Exzellenzinitiative“, in deren Rahmen die besten Köpfe universitätsübergreifend im Schulterschluss mit der Industrie zusammenarbeiten. Damit ließe sich ein neuer Baustein für einen systematischen Technologietransfer schaffen, den auch die SPRIND-Agentur von Anfang an begleiten könnte.“

Die Entbürokratisierung, Digitalisierung und Agilisierung von Förderverfahren sind ebenfalls unerlässlich, um einen besseren und schnelleren Transfer von der Forschung in die industrielle Anwendung zu gewährleisten. Auch neue Formate der Forschungsförderung sollten ein Hebel sein, um die Zielsetzungen der Hightech-Agenda zu verstärken. „Notwendig ist aus meiner Sicht eine aktive Zusammenarbeit führender Universitäten, Bundesforschungseinrichtungen und Unternehmen im Rahmen einer „strategischen Exzellenzinitiative“, um im internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein,“ so VDI-Präsident Prof. Eckstein.

Ausbildung / Jobs / Innovationsförderung / Schlüsseltechnologien / Technologiestandort
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