Der Boom der Bierdose und das Flaggschiff der Bierkästen: Ein kurzes Update
Die Rückkehr der Bierdose in die Regale des deutschen Handels ist bemerkenswert. Mehr als zehn Prozent der verkauften Biere in Lebensmittelläden, Getränkemärkten und Tankstellen werden inzwischen in Halbliterdosen angeboten, wie aus den neuesten Zahlen von NielsenIQ hervorgeht. Diese Wiederbelebung der Dose ist beachtlich, zumal der Absatz insgesamt in der Bundesrepublik rückläufig ist.
Marcus Strobl, ein Getränkeexperte bei NielsenIQ, schreibt den Erfolg der Dose unter anderem der Gewöhnung der jüngeren Generation an Energydrinks zu. Ein weiterer Vorteil: Die Handhabung der Dose ist händlerfreundlich, da sie keine sperrigen Bierkästen erfordert. Nichtsdestotrotz bleibt der große Bierkasten mit 20 Halbliter-Mehrwegglasflaschen der Spitzenreiter im Markt und repräsentiert fast 50 Prozent des Gesamtabsatzes, was die rund zehn Millionen Hektoliter in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 unterstreichen.
Trotz seines Erfolges verzeichnet das Dosenbier aktuell keine große Wachstumsdynamik mehr. "Wir beobachten eher eine Abflachung des Wachstums", kommentiert Strobl. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich bei Drittelliterflaschen aus Glas, die ebenfalls um 0,4 Prozent auf 1,7 Millionen Hektoliter zulegten. Der Marktanteil stieg hier auf 8,3 Prozent.
Im Vergleich dazu verlieren andere Gebinde an Bedeutung, insbesondere die oft preisgünstigeren Plastikflaschen mit einem Anteil von 4,7 Prozent. Interessanterweise profitiert der große Bierkasten für Halbliterflaschen weiterhin von zahlreichen Preisaktionen großer Pils-Marken, was ihm besonders in Zeiten eines eher abnehmenden Bierkonsums von jüngeren Verbrauchern und einer alternden Gesellschaft eine Verschnaufpause gewährt. Zudem scheint der Aufstieg von Hellbieren zur Stabilität des Bierkastens beizutragen.

