Dead Space‑Macher würde „Alien“-Spiel entwickeln – allerdings nur unter einer einzigen, unumstößlichen Bedingung
Glen Schofields Name ist untrennbar mit einem der monumentalsten Werke des Survival-Horrors verbunden: Dead Space. Doch nach dem durchwachsenen Echo auf sein jüngstes Projekt The Callisto Protocol und der schmerzhaften Notwendigkeit, neue Vorhaben aus Mangel an Finanzierung zu begraben, durchlebt der visionäre Entwickler eine Phase der Reflexion. In einem bemerkenswert offenen Interview hat Schofield nun eine Bombe platzen lassen, die die Herzen von Sci-Fi-Horror-Fans höherschlagen lässt: Er würde ein Spiel im legendären Alien-Universum erschaffen – allerdings nur unter einer einzigen, unumstößlichen Bedingung.
Ein Pakt mit dem Teufel – zu seinen Bedingungen
Die Vorstellung, dass der Architekt des Grauens von der USG Ishimura seine Hände an die Xenomorphs legt, ist elektrisierend. Schofield bekräftigte sein Interesse, betonte jedoch, dass er seine komplett eigene Interpretation der Marke verwirklichen müsste, komplett mit eigenen Ideen, was einen Xenomorph ausmacht. Seine Leidenschaft für das Thema ist keine leere Phrase; in seiner Freizeit hat er mit dem KI-Werkzeug Midjourney bereits unzählige eigene Kreaturen-Designs entworfen. „Ich könnte dir sofort vielleicht 100 verschiedene Aliens zeigen, die ich in den letzten zwei Jahren in Midjourney gemacht habe“, offenbarte er. Doch dieser kreative Funke ist an eine eiserne Klausel geknüpft: absolute kreative Kontrolle. „Das ist nicht einmal verhandelbar“, stellte Schofield unmissverständlich klar. „Ich muss die kreative Hoheit besitzen. Ich werde kein großartiges Spiel machen, wenn es nicht meins ist und ich nicht so tief darin verwurzelt bin – dann werde ich dir 130 Prozent geben.“
Die kalte Realität der Finanzen
Dieser kompromisslose künstlerische Anspruch prallt jedoch frontal auf die gnadenlose Realität der heutigen Spieleindustrie. Schofields jüngste Erfahrungen zeichnen ein düsteres Bild. Er berichtete von einem vielversprechenden neuen Spielkonzept, das er gemeinsam mit seiner Tochter entwickelt hatte – ein Projekt, das er als ein „neues Sub-Genre des Horrors“ beschrieb. Mit einem angesetzten Budget von 17 Millionen Dollar ging er auf Investorensuche, doch die Resonanz war ernüchternd. Man forderte ihn auf, das Budget auf 10 Millionen zu senken, später sogar auf nur noch 2 bis 5 Millionen. Für Schofield war eine rote Linie überschritten. „Also haben wir uns letzten Monat entschieden, das Projekt zu beenden. Manche Ideen lässt man besser unberührt, als sie billig umzusetzen“, erklärte er. Das bittere Resultat: Sein sechsköpfiges Team in den USA und eine komplette Crew in Großbritannien stehen nun ohne Arbeit da.
Ein Meister am Scheideweg?
Diese zermürbende Erfahrung hat tiefe Spuren hinterlassen und den Schöpfer einiger der denkwürdigsten Horror-Momente der Spielegeschichte ins Grübeln gebracht. Angesichts des aktuellen Branchenklimas und der Schwierigkeiten bei der Finanzierung wagt er eine nachdenkliche, fast melancholische Prognose über seine eigene Zukunft. „Ich bin immer noch da, mache Kunst, schreibe Geschichten und Ideen und feuere die Industrie weiterhin an“, schrieb er in einem emotionalen Statement. „Aber vielleicht habe ich mein letztes Spiel als Director gemacht. Wer weiß? Falls ja, danke, dass ihr meine Spiele gespielt habt.“ Ein potenzieller Abgesang, der die Fragilität selbst der größten kreativen Karrieren in einem von Zahlen getriebenen Markt schmerzlich verdeutlicht.


