DAX zeigt sich kaum bewegt: Vorsicht dominiert den deutschen Aktienmarkt
Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Freitag nach der spürbaren Erleichterungsrally des Vortags weitgehend unbeeindruckt. Der DAX notierte zum Wochenausklang mit einem leichten Plus von 0,18 Prozent bei 24.900,71 Punkten, während der MDAX der mittelgroßen Unternehmen um 0,19 Prozent auf 31.746,12 Zähler stieg. Obwohl vielversprechende Einkaufsmanagerindizes die Spekulationen um eine konjunkturelle Erholung im kommenden Jahr weiter stützen, blieben sie als Impulsgeber aus. Im Verlauf der Woche fiel der DAX zwischenzeitlich auf 24.349 Punkte, insgesamt verlor der Leitindex auf Wochensicht mehr als anderthalb Prozent, obwohl die Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump mittlerweile vom Verhandlungstisch verschwunden ist.
Die Index Radar-Experten bemerken, dass die Märkte weniger gelassen als vielmehr vorsichtig agieren. Trotz Anzeichen einer Entspannung nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos fehlen greifbare Inhalte zum Grönland-Abkommen, was die Unsicherheit der Märkte nährt.
Der EuroStoxx 50 der Eurozone verlor 0,13 Prozent und schloss bei 5.948,20 Punkten. Der britische FTSE 100 blieb nahezu unverändert, während der schweizerische SMI deutlicher fiel. In den USA zeigte sich der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss mit einem Rückgang von rund einem halben Prozent.
Im Fokus stand Adidas, dessen Aktien um 5,7 Prozent fielen, nachdem die RBC ihre Empfehlung für den Sportartikelhersteller strich. Analyst Piral Dadhania lobt zwar Adidass gutes Auftreten im schwierigen Umfeld, hält die Erwartungen für 2026 jedoch für überambitioniert. Warnsignale auch bei Puma: Die Aktie rutschte sogar um 14,1 Prozent ab, da mögliche Übernahmegespräche mit der chinesischen Anta Sports gescheitert sind.
Unterdessen enttäuschte der Chemiekonzern BASF mit schwachen Prognosen für 2025 und verzeichnete einen Kursrückgang von 0,9 Prozent. Dagegen profitierten Rüstungsaktien wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk von Kursgewinnen, angesichts erfolgreicher Platzierung der Czechoslovak Group in Amsterdam. Siemens Energy notierte ein Rekordhoch, gestützt durch eine optimistische Kaufempfehlung der UBS. SAP-Aktien, deren Zahlen nächste Woche erwartet werden, legten ebenfalls um 4,3 Prozent zu. Andererseits belasteten Wettbewerbssorgen die Papiere von Redcare Pharmacy, die um 1,7 Prozent nachgaben. Abseits des DAX erlebte der SDAX-Wert Wacker Neuson einen Kurseinbruch von 21,8 Prozent, da Übernahmegespräche mit Doosan Bobcat abgebrochen wurden. Schaeffler hingegen profitierte von einer Kaufempfehlung und stieg um 8,2 Prozent in der Gunst der Anleger.

