Dax unter Druck: Verwirrung um Zollabkommen sorgt für Unsicherheit
Der deutsche Aktienmarkt erlebte am Mittwoch ein Wechselbad der Gefühle. Nachdem die US-Verbraucherpreise weniger stark gestiegen waren als erwartet, konnte der Dax kurzfristig an Fahrt gewinnen. Doch die Erleichterung hielt nicht lange an; der Leitindex fiel schließlich wieder unter die Grenze von 24.000 Punkten und schloss mit einem leichten Minus von 0,16 Prozent bei 23.948,90 Punkten. In den letzten Tagen hatte der Dax bereits einiges an Wert eingebüßt und sich damit deutlich von seinem kürzlich erreichten Rekordhoch entfernt. Einen kleinen Lichtblick bot der MDax der mittelgroßen Unternehmen, der um 0,27 Prozent auf 30.631,70 Punkte zulegen konnte.
Die weniger stark als prognostiziert gestiegenen um Energie und Nahrungsmittel bereinigten US-Verbraucherpreise weckten Hoffnungen unter Investoren. Diese Preisdynamik könnte den Handlungsspielraum der US-Notenbank Fed für zukünftige Zinssenkungen erweitern, was wiederum tendenziell positive Effekte auf die Aktienmärkte haben könnte.
Doch die Freude am Markt wurde durch Unsicherheiten in den amerikanisch-chinesischen Handelsbeziehungen getrübt. Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump über ein Abkommen zur Reduzierung der Exportbeschränkungen bei seltenen Erden sorgten für Aufregung. Obwohl Trump verkündete, dass ein Deal mit China "abgeschlossen" sei, unterstrich er zugleich, dass eine endgültige Zustimmung noch ausstünde. Zudem stifteten seine Angaben über Zollsätze, bei denen China 10 Prozent und die USA 55 Prozent erheben sollen, Verwirrung. Eine offizielle Bestätigung hierfür fehlt, was unter Anlegern zu Unsicherheiten führte, wie Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets anmerkte.

