Dax unter Druck: Machtkampf bei der Fed und Handelsstreit belasten Märkte
Der deutsche Aktienmarkt spürt die Auswirkungen eines wachsenden Machtkampfs um die Besetzung der US-Notenbank Fed sowie die Risiken eines sich verschärfenden Handelskonflikts zwischen den USA und China. Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets beschrieb die aktuelle Situation an der Börse als angespannt, da Anleger vermehrt nach Gründen suchen, sich von Aktien zu trennen.
Der Dax verzeichnete im frühen Handel einen Rückgang unter die 21-Tage-Linie, ein gängiger kurzfristiger Trendindikator, fiel auf ein neues Zwei-Wochen-Tief und erholte sich am Nachmittag nur teilweise. Schlussendlich blieb ein Minus von 0,2 Prozent bei einem Index-Stand von 24.215 Punkten. Auch der MDax sowie der EuroStoxx 50 blieben nicht verschont und sanken um 0,4 Prozent beziehungsweise 0,6 Prozent.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht US-Präsident Donald Trumps Vorstoß, Fed-Gouverneurin Lisa Cook ihres Amtes zu entheben. Sein Hauptvorwurf sind angeblich falsche Angaben in Hypothekenverträgen. Cook protestiert gegen die Anschuldigungen und plant, ihren Posten vorläufig zu verteidigen, da Trump ihrer Meinung nach nicht befugt ist, sie zu entlassen.
Die Anleger sind darüber hinaus durch eskalierende Spannungen im US-chinesischen Handelsstreit beunruhigt. Trump droht mit drakonischen Zöllen auf chinesische Importe von Magneten aus seltenen Erden, ein Schritt, der laut ihm den bilateralen Handel zum Erliegen bringen könnte.
Einige Einzelwerte wurden bei dieser volatilitätsbedingten Marktlage hart getroffen. Commerzbank-Aktien fielen mit einem Minus von 6,4 Prozent an das Ende des Dax, nachdem die Bank of America ihre Bewertung auf "Underperform" gesenkt hatte. Analysten kritisierten die hohe Bepreisung, während auch die Deutsche Bank kürzlich ihre Kaufempfehlung für die Aktie zurückzog.
Auch Puma-Aktien gaben um 2,8 Prozent nach, nachdem am Vortag der Kurs aufgrund eines möglichen Anteilsverkaufs der Pinault-Familie um 16 Prozent gestiegen war. SFC Energy-Aktien profitierten nur kurzzeitig von geplanten Kostensenkungen und verzeichneten schließlich einen Rückgang um 1,3 Prozent.
Positiv überraschten die Aktien des Telekommunikationsanbieters 1&1, die um 6,0 Prozent stiegen, nachdem Gründer Ralph Dommermuth am Montag Aktienkäufe im Wert von rund 45 Millionen Euro getätigt hatte.

