Dax unter Druck: Handelskonflikte und Marktunsicherheiten trüben die Stimmung
Der Dax hat im Oktober einen beachtlichen Start hingelegt und zwischenzeitlich Rekordhöhen erreicht, was jedoch bei Anlegern für erhöhte Vorsicht sorgt. Der Grundtenor bleibt optimistisch, doch werden weitere Gewinnmitnahmen in der laufenden Woche nicht ausgeschlossen. Die anhaltenden Handelskonflikte und die politische Krise in Frankreich sowie der Start der US-Berichtssaison zum dritten Quartal dämpfen die Marktstimmung.
Ein warnendes Beispiel lieferte der vergangene Freitag, als der Dax kurz vor Handelsschluss deutlich zurückfiel. Auslöser war US-Präsident Donald Trump, der mit seinen Aussagen den Börsenwind deutlich abkühlte. Noch am Tag zuvor hatte der Dax mit 24.771 Punkten einen Rekordstand verzeichnet. Trump stellte ein geplantes Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping in Frage und kritisierte Chinas verschärfte Exportbeschränkungen bei seltenen Erden. Er drohte mit einer drastischen Erhöhung der Zölle auf chinesische Waren, die ab dem 1. November auf 100 Prozent steigen könnten.
Am Sonntag bemühte sich Trump, den Ton etwas zu entschärfen, und versicherte auf Social Media, dass alles gut werde. Sowohl er als auch Präsident Xi seien am Wohlergehen der chinesischen Wirtschaft interessiert.
Der Kurs des Handelskonflikts bleibt von zentraler Bedeutung für die Anleger. Marktexperte Timo Emden von Emden Research betonte die anhaltende Unsicherheit, die wie ein Damoklesschwert über den Märkten schwebt. Auch die politische Lage in Frankreich und die stockende Regierungsbildung sind für die Börsen eine ernstzunehmende Belastung. Erschwerend kommt eine mögliche Haushaltsblockade in den USA hinzu, die zur Verzögerung wichtiger Wirtschaftsdaten führt.
Diese Woche wäre die Preisentwicklung in den USA im Fokus gestanden, doch die Veröffentlichung wurde verschoben. Auch die Bekanntgabe der US-Einzelhandelsumsätze und Erzeugerpreise sowie der Industrieproduktionsdaten ist noch ungewiss. In Deutschland richtet sich der Blick auf die anstehenden ZEW-Konjunkturerwartungen und die möglichen Auswirkungen der politischen Unsicherheiten in Frankreich. Der Start in die US-Berichtssaison sorgt ebenso für Spannung. Den Auftakt machen unter anderem JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo. Am Mittwoch folgen Bank of America und Morgan Stanley. Im Inland stehen der Autokonzern VW und der Finanzdienstleister Hypoport im Vordergrund, die Geschäftszahlen präsentieren werden. Aufmerksamkeit könnte auch der Kapitalmarkttag von Merck, die Pressekonferenz von Munich Re und die neuen Zahlen von Sartorius auf sich ziehen.

