Dax und MDax im Minus: Trump-Zölle verunsichern Anleger
Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt trübte sich zur Wochenmitte ein, da Anleger nervös auf angekündigte Zollentscheidungen von US-Präsident Donald Trump warten. Nach einer kräftigen Erholung am Vortag rutschte der Leitindex Dax bis zum Mittag um 0,93 Prozent auf 22.330 Punkte ab. Ähnlich erging es dem MDax der mittelgroßen Unternehmen, der um 0,76 Prozent auf 27.482 Punkte fiel. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor ebenfalls an Boden und gab ein halbes Prozent nach.
Im Vorfeld der angekündigten Zollmaßnahmen, die Trump bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses bekanntgeben möchte, wird heftig spekuliert. Die Commerzbank sieht unterschiedliche Szenarien: Ein pauschaler Gegenzoll auf alle Handelspartner, individuelle Zölle für bestimmte Länder oder variable Zollsätze von Land zu Land. Die Märkte sind in Habachtstellung und hoffen auf Klarheit, während Experten von Index Radar vor weiteren Unsicherheiten warnen. Entscheidend sei, ob Trump Gesprächsbereitschaft signalisiere oder eine Eskalation des Handelskonflikts bevorstehe.
Pharmawerte erlebten einen deutlichen Rückgang, da die Möglichkeit im Raum steht, dass Trump auch auf Medikamente Zölle erhebt. Im Dax verzeichneten Bayer und Sartorius Verluste von bis zu 4 Prozent. Der europäische Pharmasektor war mit minus 2,1 Prozent Schlusslicht im Stoxx-600-Index.
Unterdessen profitierte Nordex von Aufträgen aus der Türkei und konnte mehr als 3 Prozent zulegen. Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 meldete 2024 erstmals einen Gewinn, erlebte jedoch Kursverluste von über 6 Prozent, nachdem die Aktien im Xetra-Handel unter die wichtige 50-Tage-Linie fielen.
Ein weiteres Highlight war die Norma Group, die nach einer Abstufung durch die Privatbank Quirin auf "Sell" um 4,4 Prozent abstürzte. Der Autozulieferer Continental verbuchte ein Minus von 1,1 Prozent im Vorfeld des bevorstehenden Quartalsberichts.

