Dax trotzt US-Zollsorgen und überrascht mit Erholung
Der deutsche Aktienindex Dax hat sich zum Ende einer wechselhaften Handelswoche erholt und notierte zuletzt 0,4 Prozent im Plus bei 23.621 Punkten. Diese positive Entwicklung steht im Gegensatz zu den US-amerikanischen Börsen, die nach Veröffentlichung aktueller Konjunkturdaten unter Druck gerieten. Diese trübten die Aussichten auf baldige Zinssenkungen und ließen die Hoffnung auf wirtschaftliche Entlastung schwinden.
Während sich die großen deutschen Aktien behaupten konnten, verzeichnete der MDax, der mittelgroße Unternehmen umfasst, ein Minus von 0,5 Prozent. Der EuroStoxx 50 stieg jedoch um 0,4 Prozent. Mit Spannung wird am Freitag in den USA die Veröffentlichung der Konsumausgaben sowie des PCE-Kerndeflators erwartet. Die Helaba prognostiziert, dass die anhaltende Preisdynamik keine baldigen Zinssenkungen der Fed befeuern wird.
Zu den Treibern der Erholung im Dax gehörte Siemens, dessen Aktien um 2,3 Prozent zulegten. Händler verwiesen auf positive Prognosen für das vierte Geschäftsquartal und Pläne zur Abspaltung von Siemens Healthineers.
Auf der anderen Seite belasten neue Zöllankündigungen von US-Präsident Donald Trump die Stimmung in anderen Branchen. Deutsche Lastwagenhersteller wie Daimler Truck und Traton mussten Verluste hinnehmen, da ab Oktober neue US-Zölle von 25 Prozent drohen. Auch der Pharmasektor sieht sich mit Zöllen konfrontiert, die jedoch nur geringe Auswirkungen auf Aktien wie Bayer und Merck KGaA hatten.
Im Verteidigungssektor sorgte Rheinmetall für Aufsehen, obwohl die Aktie leicht im Minus lag. Die UBS steigerte das Kursziel auf 2.500 Euro, da langfristige Investitionen und klare Geschäftsperspektiven honoriert wurden. Diese positiven Erwartungen stimmen mit den deutschen Verteidigungsbudgetplänen und Nato-Zielen überein.

