DAX trotzt Unsicherheiten – Deutsche Aktien im Aufwind
Die Stimmung an den deutschen Aktienmärkten zeigt sich in dieser Woche robust, getrieben von den angekündigten milliardenschweren Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur in Deutschland und auf europäischer Ebene. Diese Fortschritte lösen neue Optimismuswellen aus, nachdem der DAX am vergangenen Freitag noch einen Dämpfer erleiden musste. Zu Wochenbeginn erholt sich der deutsche Leitindex zügig und notiert nun bei 23.197 Punkten, nur knapp unter seinem kürzlich erreichten Allzeithoch.
Ralf Umlauf von der Helaba bringt es auf den Punkt: Die Finanzpakete bieten Chancen für eine wirtschaftliche Erholung, insbesondere in der heimischen Industrie. Michael Holstein von der DZ Bank teilt diese Einschätzung und erwartet weitreichende Auswirkungen auf Wirtschaft und Kapitalmärkte über die Rüstungsindustrie hinaus. Der MDAX als weiterer klarer Profiteur schließt sich dem Kursgewinnen an.
Dagegen kämpft der amerikanische Nasdaq 100 infolge unsicherer Zollpolitik unter Präsident Trump mit Tiefständen. Philipp Schweneke von der DWS sieht hierin mögliche Verschiebungen: US-zentrierte Anleger zeigen sich nervös und ziehen Kapital ab – eine Entwicklung zugunsten europäischer Märkte, die zusätzlich von der EZB-Zinspolitik profitieren.
Auf politischer Ebene verleihen der Wahlsieg der CDU/CSU und die Aussicht auf eine wirtschaftsfreundliche Bundesregierung deutschen Aktien Rückenwind. Doch Mahner wie Schweneke warnen: Viel des erwarteten Wachstums ist bereits eingepreist, es könnte nur wenig Überraschungspotenzial geben.
In den USA hängt das "Zoll-Jo-Jo" der Trump-Administration wie ein Damoklesschwert über den Märkten. Robert Halver von der Baader Bank äußert sich besorgt über steigende Inflationserwartungen und getrübtes Konsumklima. Sein Blick richtet sich auf die bevorstehenden Unternehmenszahlen, die ein Stimmungsbild der US-Wirtschaft zeichnen könnten.
Diese Woche steht im Zeichen bedeutender Konjunkturtermine auf beiden Seiten des Atlantiks, darunter die deutsche Industrieproduktion und US-Verbraucherpreise, während in Washington ein bevorstehender Government Shutdown die Lage zusätzlich anspannt.

