Dax trotzt geopolitischen Stürmen und setzt Höhenflug fort
Der deutsche Leitindex Dax setzte am Montag seine beeindruckende Rekordjagd fort und erreichte in der Spitze erstmals die Marke von 25.421 Punkten, bevor er den Handel mit einem Plus von 0,57 Prozent bei 25.405,34 Zählern beendete. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verbuchte ebenfalls Zuwächse und stieg um 0,48 Prozent auf 32.320,50 Punkte. Ein Hoffnungsschimmer für die deutsche Wirtschaft war die Erwartung eines umfangreichen Infrastruktur-Pakets, das die Märkte beflügelte, während geopolitische Spannungen im Iran und die schwächelnden US-Börsen die Anleger kaum schockierten.
Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners, äußerte jedoch Bedenken, dass der Dax technisch "massiv überkauft" sei. Er blickt mit Spannung auf die kommende Woche, die als "Woche der Wahrheit" bezeichnet wird. Hier beginnt die Berichtssaison für das vierte Quartal 2025, die zeigen wird, ob die steigenden Aktienkurse durch Gewinnzuwächse untermauert werden. Auch die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten steht im Fokus, da diese wichtige Hinweise für die Geldpolitik der Fed lieferten.
Parallel dazu entwickelt sich in den USA ein intensiver Streit zwischen Fed-Chef Powell und Präsident Trump. Powell lehnte strafrechtliche Ermittlungen und die Aussicht auf eine Anklage als politisch motiviert ab. Jochen Stanzl von der Consorsbank warnte vor langfristigen Folgen für die Kapitalmärkte durch Trumps direkte Einflussnahme auf die Fed. Christine Romar von CMC Markets bemerkte, dass dieses politische Klima Investoren aus den USA auf den deutschen Aktienmarkt lenkt.
Zu den Favoriten im Dax gehörten Beiersdorf mit Zugewinnen dank einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Auch FMC und Fresenius profitierten von einem beschleunigten Aktienrückkaufprogramm und positiven Analystenempfehlungen. Zalando verzeichnete ebenfalls Kursgewinne, wobei Analysten Synergien und Einsparungen nach einer Standortschließung hervorhoben.
Im Gegensatz dazu litten Autowerte wie Mercedes-Benz, Volkswagen und BMW unter neuen EU-Regelungen für Elektroautoimporte aus China und verzeichneten deutliche Verluste. Besonders die Porsche AG im MDax musste erhebliche Einbußen hinnehmen. Positiv hervorgetreten im MDax war hingegen TKMS mit einer starken Erholungsrally, gestützt durch ein U-Boot-Großprojekt in Indien, während Deutz im SDax durch strategische Transformation und Rüstungsfantasien profitierte.

