DAX tritt auf der Stelle – Stimmungsumschwung bei Anlegern
Joachim Goldberg sieht die anhaltende Seitwärtsbewegung am Aktienmarkt mit Skepsis. Nachdem der DAX in einer engen Handelsspanne von nur 1,4 Prozent verharrte, verlor der anfängliche Schrecken der Finanzmarktrisiken umgehend an Bedeutung. Obgleich der Index ein Wochenplus von 1,1 Prozent verbuchte, scheiterten mehrere Versuche, die Marke von 23.900 Punkten zu durchbrechen. Dies lässt vermuten, dass der DAX bereits in einen vorzeitigen Schlafmodus verfallen sein könnte.
In der vergangenen Woche konnten institutionelle Investoren vermehrt von Gewinnmitnahmen profitieren. Ihr Sentiment-Index stieg um 11 Punkte auf -7 an, während sich das Bärenlager deutlich verkleinerte. Rund 60 Prozent der Investoren zogen sich auf die Seitenlinie zurück, während eine weitere Gruppe Gewinne aus früheren Short-Positionen mitnahm und optimistisch in die Zukunft blickt.
Auch bei Privatanlegern zeigt sich ein positiver Wandel. Der Sentiment-Index stieg in dieser Gruppe um 14 Punkte auf +2. Während sich viele den neutralen Anlegern anschlossen, reduzierte sich das Bärenlager um 12 Prozentpunkte. Dennoch bleibt die Gruppe der neutral Gestimmten, insbesondere durch die Befragungen in sozialen Medien, dominierend.
Der Stimmungsunterschied zwischen institutionellen Investoren und Privatanlegern ist deutlich gewachsen, wobei Erstere trotz leichter Pessimismus in einer fast neutralen Position verweilen. Während der DAX weiterhin vom heimischen Markt getragen wird, stellt sich die Frage, ob langfristig orientierte Investoren, insbesondere aus dem Ausland, für einen nennenswerten Aufschwung sorgen können. Die Nachfrage, insbesondere im Bereich von 23.300 bis 23.350 Punkten, zeigt sich derzeit geschwächt, was kurzfristige Aufwärtsbewegungen unwahrscheinlicher macht.

