Dax taumelt unter 200-Tage-Linie: Gewinnmitnahmen und US-Sorgen belasten Märkte
Der Dax setzte am Dienstag seine Korrektur fort und rutschte auf den tiefsten Stand seit Juni. Mit einem Minus von 1,74 Prozent schloss der deutsche Leitindex bei 23.180,53 Punkten und unterschritt erstmals seit April die 200-Tage-Linie. Ein klares Signal zum Verkauf, so Christine Romar von CMC Markets. Auch der MDax sank um 2,04 Prozent auf 28.493,43 Zähler.
Die erwarteten US-Arbeitsmarktzahlen am Donnerstag und anhaltende Unsicherheiten über die Zinspolitik der Fed beeinträchtigen derzeit die Märkte. Der jüngste Regierungsstillstand in den USA verzögerte wichtige Wirtschaftsdaten, erschwerte die Orientierung der Fed und warf Fragen zum Hype um künstliche Intelligenz auf, meint Marktanalyst Marcel Mußler.
Ein Fokus liegt nun auf den anstehenden Quartalszahlen von Nvidia, dem Chipgiganten. Jürgen Molnar von Robomarkets skizziert eine angespannte Stimmung statt einer potenziellen Jahresendrallye. Angesichts der unsicheren Marktbedingungen sichern sich immer mehr Investoren ihre diesjährigen Gewinne, obwohl der Dax seit Jahresanfang noch über 16 Prozent im Plus liegt.
Der EuroStoxx 50 fiel ebenfalls um 1,88 Prozent, während Verluste auch in Zürich und London verzeichnet wurden. An den US-Börsen gaben der Dow Jones und der Nasdaq 100 aufgrund des schwachen Wochenstarts fast ein Prozent nach.
In Deutschland fiel Rheinmetall trotz eines kurzen Höhenflugs um 0,4 Prozent zurück, obwohl das Unternehmen bis 2030 einen Zielumsatz von 50 Milliarden Euro anstrebt. Hingegen stiegen die Aktien von Deutsche Börse um 2,8 Prozent und führten den Dax an. Der Börsenbetreiber profitiert in volatilen Zeiten von erhöhtem Handelsaufkommen.
Im SDax stürzten die Verve Group um 15,9 Prozent ab, betroffen von technischen Schwierigkeiten und Umsatzänderungen. SFC Energy verlor 9,9 Prozent und revidiert seinen Jahresausblick aufgrund von Rüstungsverzögerungen und Marktproblemen erneut.
Im MDax erlebte Fraport nach dem Verzicht von Goldman Sachs auf eine Kaufempfehlung einen Kursrückgang von 6,2 Prozent. Die RTL Group verlor nach enttäuschenden Umsatzzahlen 5,8 Prozent. Die Aktien von KWS Saat hielten sich mit einem Minus von 0,5 Prozent besser als der Gesamtmarkt, da viele mittelfristige Ziele bereits eingepreist sind.

