Dax mit verhaltenem Plus - Zweifel an Jahresendrally nehmen zu
Am deutschen Aktienmarkt zeichnete sich zur Wochenmitte ein leichter Aufwärtstrend ab. Der Dax konnte im frühen Handel um 0,3 Prozent auf 23.785 Punkte zulegen, womit er die Kursgewinne des Vortags leicht ausbaute. Dennoch bleibt der Vorsprung unter der psychologisch wichtigen Marke von 24.000 Punkten bestehen, was die Unsicherheiten im Markt verdeutlicht. Analysten blicken skeptisch auf eine mögliche Rally des Dax bis Jahresende. Die Landesbank Hessen-Thüringen äußerte Bedenken hinsichtlich fehlender positiver Impulse. Besonders die mögliche Zinssenkung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche sei bereits in den Kursen berücksichtigt, obwohl es seitens der Fed keine eindeutigen Signale hierfür gibt. Zusätzlich lasten die anhaltenden Konflikte zwischen den USA und Russland auf den Märkten, was Hoffnungen auf ein nahendes Ende des Ukraine-Kriegs dämpft.
Der MDax zeigte sich mit einem Anstieg um 0,2 Prozent auf 29.568 Punkte stabil, während der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 etwas deutlicher zulegte. Besonders auffällig war der Kursrutsch bei Hugo Boss. Die Aktien erlebten einen drastischen Einbruch von 10 Prozent, der den tiefsten Stand seit April markierte. Der Modekonzern hatte angekündigt, dass sowohl der Umsatz als auch der operative Gewinn 2026 rückläufig sein werden und sich erst 2027 eine Erholung abzeichnet.
Bei Airbus wurde das Ziel für die Flugzeugauslieferungen 2023 nach unten korrigiert. Trotz dieser Anpassung konnte der Kurs um 1,7 Prozent zulegen, da die Anpassung aufgrund technischer Probleme bereits erwartet worden war. Marktbewegend waren zudem Analystenkommentare: Eon stieg um 1,3 Prozent infolge einer Hochstufung auf "Overweight" durch Morgan Stanley. Bayer setzte seinen Erfolgskurs fort und legte um 1,1 Prozent zu, ebenfalls unterstützt von einer Hochstufung durch Morgan Stanley. Merck KGaA erzielte einen Kurssprung von 2,6 Prozent nach einer Empfehlung von Exane BNP. Fraport verbesserte sich um 1,3 Prozent nach einer Hochstufung durch JPMorgan. Dagegen belastete eine Abstufung durch JPMorgan die Salzgitter-Aktie, die um 2,3 Prozent nachgab.

