DAX im Spannungsfeld: Anleger blicken auf Nvidia und Fed-Signale
Der deutsche Leitindex DAX könnte sich am Mittwoch auf eine weitere Abwärtsrutsche einstellen, während die Finanzmärkte gespannt auf die neuesten Quartalszahlen von Nvidia blicken, die nach Börsenschluss in den USA veröffentlicht werden sollen. Die Nervosität unter den Investoren bleibt hoch, insbesondere da der Chipkonzern bedeutende Impulse für das boomende Segment der Künstlichen Intelligenz liefern wird. Ein weiteres Augenmerk liegt auf dem am Abend erwarteten Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank, das Investoren Hinweise auf eine potenzielle Zinssenkung im Dezember geben könnte.
Vor Handelsbeginn deutet der X-DAX für den DAX ein Minus von 0,2 Prozent auf 23.143 Punkte an, was den Rückgang seit dem jüngsten Zwischenhoch vor einer Woche auf 5,3 Prozent ausweiten würde. Der DAX ist momentan charttechnisch angeschlagen, da er am Vortag unter den 200-Tage-Durchschnitt gerutscht ist – ein Niveau, das seit April nicht mehr angetastet wurde, als die Märkte mit dem von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Handelsstreit zu kämpfen hatten.
Auch der EuroStoxx, als Leitinstrument der Eurozone, wird ebenfalls mit leichten Verlusten erwartet, nachdem die globale Marktlage sich zuletzt stark eingetrübt hat. Die Resultate von Nvidia werden daher mit größtem Interesse erwartet, um sowohl die hohen Erwartungen zu erfüllen als auch um die Zweifel bezüglich der KI-Investitionen zu adressieren, so Bank-of-America-Analyst Vivek Arya.
Zusätzlich trüben Sorgen um den Zinssenkungszyklus in den USA die Stimmung, so die NordLB. Mit der bevorstehenden Zinsentscheidung im Dezember ist der Markt aktuell empfindlich gegenüber jeglichen zurückhaltenden Signalen der Fed. Die Arbeitsmarktdaten aus den USA, die am Donnerstag veröffentlicht werden, dürften daher von maßgeblicher Bedeutung sein.
Unter den Einzelwerten sind die Aktien von Hypoport vorbörslich stark gefragt, nachdem das Unternehmen Rückkauf von Aktien im Wert von bis zu 10 Millionen Euro ankündigte. Analystenbewertungen haben ebenfalls Einfluss: SMA Solar verzeichnet einen vorbörslichen Anstieg um fünf Prozent nach einer Kaufempfehlung von Jefferies, während Deutz nach einer Erstbewertung von Berenberg um drei Prozent zulegen kann.
Anders ergeht es Fraport, deren Aktien nach einer Verkaufsempfehlung der UBS um mehr als vier Prozent fallen. Grund für die Abstufung ist die hohe Bewertung der Aktien. Schließlich erholen sich die Aktien von Ionos um zwei Prozent, nachdem Exane BNP Paribas ihr negatives Rating aufgrund des jüngsten Kursrückgangs revidiert hat.

