Dax erholt sich trotz Turbulenzen im Edelmetall-Markt
Der deutsche Aktienindex Dax hat am Montag nach anfänglichen Verlusten einen beachtlichen Sprung nach oben gemacht. Bis zum frühen Nachmittag legte der Dax um 0,7 Prozent auf 24.712 Punkte zu und zeigte sich unbeeindruckt von den erheblichen Preisverwerfungen am Edelmetall-Markt. Dass sich das grundlegende positive Umfeld für die Börsen dabei nicht verändert hat, scheint unter Anlegern zu einer beruhigenden Einsicht gereift zu sein. Ebenso erholte sich der MDax und stieg um 0,7 Prozent auf 31.389 Punkte an. Der SDax konnte zwischenzeitlich seine Verluste egalisieren und stand zuletzt nur 0,2 Prozent tiefer. Auch der EuroStoxx 50, das Barometer für die Eurozone, legte um 0,4 Prozent zu.
Als wesentlicher Grund für den jüngsten Einbruch bei Edelmetallen wie Gold und Silber wurde die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher Nachfolger von US-Notenbankchef Jerome Powell durch Präsident Donald Trump angesehen. Diese Nachricht führte zu Spekulationen über eine ausbleibende Lockerung der Geldpolitik, was insbesondere Kreditspekulanten, die auf steigende Edelmetallpreise gesetzt hatten, in Zugzwang brachte. Jochen Stanzl von der Consorsbank kommentierte die Lage mit der Beobachtung, dass die rapide Preisbewegung bei Edelmetallen technische Verkäufe in nicht betroffenen Märkten ausgelöst haben könnte.
Viele Anleger waren von den abrupten Wertverlusten nicht vorbereitet und mussten daher ihre Aktienbestände reduzieren, um Verluste in den Edelmetallen auszugleichen. Insbesondere Rüstungswerte wurden von Anlegern verkauft, da diese seit Jahresbeginn stark gestiegen waren. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und der Nato-Anforderungen sanken Rheinmetall um ein Prozent. Auch Hensoldt und TKMS verzeichneten Rückgänge in Höhe von 2,4 beziehungsweise 2,2 Prozent im MDax. Zinssensitive Halbleiterwerte blieben hinter dem Gesamtmarkt zurück, wobei Siltronic im SDax mit einem Minus von 4,1 Prozent besonders betroffen war. Grund dafür waren auch Rückschläge an der südkoreanischen Börse.
Positive Nachrichten kamen aus dem Analystenlager: Delivery Hero führte die Kursgewinne im MDax mit einem Plus von 3,9 Prozent an, nachdem Barclays-Analyst Andrew Ross optimistisch über die Geschäfte ihrer Tochter Talabat in Qatar und Kuwait sprach. Auch Nemetschek konnte um über drei Prozent zulegen, nachdem die Bank of America die Aktie aufgrund von Chancen im Bereich Künstliche Intelligenz hochstufte.

