Das Sanktionsschach der Schattenflotte: EU plant härtere Maßnahmen
Die EU zeigt sich zunehmend besorgt über die sogenannte russische Schattenflotte, einer Gruppe von bis zu 1.400 Tankern, die internationale Ölsanktionen unterlaufen soll. Diese Flotte befeuert nicht nur Russlands Kriegswirtschaft, sondern stellt laut der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas auch eine erhebliche Bedrohung für Umwelt und Seesicherheit dar.
Experten warnen, dass unklare Besitzverhältnisse und mangelhafte Versicherung der Schiffe im Falle von Havarien schwerwiegende ökologische Schäden verursachen könnten – Kosten, die letztlich von Steuerzahlern der betroffenen Staaten getragen werden müssten. Zudem gibt es Bedenken, dass diese Schiffe als Plattformen für Drohnenangriffe eingesetzt werden, ein Verdacht, der nach Sichtungen in Kopenhagen größere Beachtung gefunden hat. Kallas betont die Bedeutung schärferer Maßnahmen gegen die Flotte und eine engere Zusammenarbeit mit Küstenstaaten und Herkunftsländern der Schiffe.
Drei europäische Marinemissionen, darunter die Operation "Aspides" mit deutscher Beteiligung, wurden bereits mit der Überwachung der Flotte beauftragt. Die geplante Erweiterung der EU-Russland-Sanktionen könnte künftig 562 Schiffe betreffen, eine deutliche Erhöhung gegenüber der bisherigen Zahl. Doch während die EU auf ein neues Sanktionspaket hofft, warnte Kallas, Moskaus ständige Kreativität im Umgang mit Sanktionen mache fortgesetzte Anstrengungen erforderlich, einschließlich der Einführung eines Sonderkoordinators zur effektiven Umsetzung der Maßnahmen.

