Gericht entscheidet über Eigentum an 39.069 Bitcoin-Wallets

Ein Mann aus New York, in Gerichtsunterlagen als Noah Doe bezeichnet, hat eine Klage beim Obersten Gerichtshof des Staates New York eingereicht, um das rechtliche Eigentum an 39.069 verlassenen Bitcoin-Wallets zu erlangen. Diese Wallets entdeckte er mithilfe eines selbst entwickelten Algorithmus. Er meldete die Funde der New Yorker Polizei (NYPD) gemäß den Gesetzen für verlorenes Eigentum und versuchte über ein Jahr lang, die rechtmäßigen Besitzer ausfindig zu machen, bevor er die Klage einreichte.
Die am 1. Mai 2026 eingereichte Klage beschreibt einen der ungewöhnlichsten Eigentumsfälle in der kurzen Geschichte der Kryptowährungen. Noah Doe ist weder Hacker noch Dieb. Er argumentiert, dass er gemäß dem New Yorker Gesetz über persönliches Eigentum als Finder gilt und dass das Eigentum an den verlassenen Wallets gesetzlich auf ihn übergegangen ist, nachdem alle angemessenen Bemühungen, die Besitzer zu finden, gescheitert sind.
Entdeckung der Bitcoin-Wallets
Die Geschichte begann im Oktober 2024, als Noah Doe eine Sicherheitslücke bei digitalen Wallets entdeckte. Diese Schwachstelle führte dazu, dass Besitzer ihre Bitcoin-Wallets nicht mehr nutzen konnten und sie schließlich aufgaben. Daraufhin entwickelte er einen Algorithmus, um Wallets zu identifizieren, die als verlassen gelten: mindestens fünf Jahre inaktiv, selbstverwaltet und während mehrerer Phasen signifikanter Kurssteigerungen ungenutzt.
Zwischen dem 26. Dezember 2024 und dem 14. April 2025 identifizierte Noah Doe mit seinem Algorithmus drei Chargen von Wallets: 1.544 im Dezember, 546 im März und 39.911 im April. Er übergab die Wallet-Adressen auf USB-Sticks der NYPD, die diese in Verwahrung nahm und später zurückgab.
Ein Jahr der Kontaktaufnahme vor Gericht
Im Anschluss unternahm Noah Doe umfangreiche Anstrengungen, um die Wallets an ihre Besitzer zurückzugeben, alles auf eigene Kosten. Ein unabhängiger Experte bewertete den Wert der Wallets zunächst auf weniger als $10 aufgrund der Unsicherheit einer Wiederherstellung. Ein weiterer Experte bestätigte, dass die Wallets seit mindestens fünf Jahren inaktiv waren.
Im Juni 2025 wurde eine Nachricht an alle gefundenen Wallets gesendet, die die Besitzer aufforderte, bis zum 10. Oktober 2025 ihre Ansprüche geltend zu machen. Eine globale Pressemitteilung folgte im August, die schätzungsweise 820 Medien weltweit erreichte. Von den insgesamt 42.001 gefundenen Wallets wurden 2.932 entfernt, darunter 424, die durch Aktionen auf der Blockchain zeigten, dass sie nicht verlassen waren. Die verbleibenden 39.069 Wallets sind Gegenstand der Klage.
Die rechtliche Frage
Die Klage zielt auf ein gerichtliches Urteil ab, das Noah Doe und seinen beiden zugewiesenen Unternehmen, ABC Company und XYZ Company, das rechtliche Eigentum an den 39.069 verlassenen Wallets zuspricht. Am 1. Dezember 2025 übertrug Noah Doe die Eigentumsrechte an allen bis auf 18 Wallets an ABC Company, die wiederum 17,7% an XYZ Company weitergab. Alle drei Kläger sind Teil der Klage.
Dieser Fall stellt einen entscheidenden Moment für die Schnittstelle zwischen Kryptowährungen und Eigentumsrecht dar. Ein New Yorker Gericht soll entscheiden, ob selbstverwaltete Bitcoin-Wallets, die über sechs Jahre inaktiv waren und durch einen proprietären Algorithmus gefunden wurden, als verlorenes Eigentum gelten und ob der Finder rechtlich Anspruch darauf erheben kann. Das Urteil könnte weitreichende Folgen über diesen Einzelfall hinaus haben.

