Counter-Strike-Erfinder bereut Valve-Ausstieg – „Könnte längst in Rente sein“
Minh Le, besser bekannt als Gooseman, zählt zu den Schöpfern eines der einflussreichsten Online-Shooter aller Zeiten: Counter-Strike. Heute, fast 20 Jahre nach seinem Ausstieg bei Valve, blickt er mit gemischten Gefühlen zurück – und gibt offen zu: „Ich hätte bleiben sollen.“
Dabei begann alles als leidenschaftliches Fanprojekt zweier Half-Life-Fans. Minh Le und Jess Cliffe entwickelten Ende der 1990er die erste Version von Counter-Strike, eine Modifikation, die durchschlagenden Erfolg hatte. Valve wurde aufmerksam, übernahm das Projekt, und der Rest ist Geschichte: „CS 1.0“ erschien 2000 als eigenständiges Spiel und revolutionierte das Genre der Online-FPS.
Seine Vision passte nicht mehr zu Valve
Doch Gooseman blieb nicht bei Valve. Bereits 2006 verließ er das Studio, weil er seine Ideen für eine Counter-Strike-Fortsetzung nicht umsetzen konnte. Sein geplanter Nachfolger wurde intern gestoppt. Das damalige Management wollte die bewährte Formel nicht riskieren.
„Wir haben erkannt, dass Counter-Strike seinen Höhepunkt erreicht hatte. Die Community erwartete genau diese Art von Spiel, nicht meine neuen Ideen“, sagte er im Interview mit PCGamesN.com.
Er akzeptierte diese Entscheidung und ging. Ein Schritt, den er heute bereut.
„Ich könnte längst in Rente sein“
In dem Interview zeigt sich Gooseman ungewohnt offen: Hätte er bei Valve ausgehalten, wäre er heute finanziell unabhängig: „Ich hätte einfach bleiben sollen. Ich könnte jetzt in Rente gehen. Stattdessen habe ich mit Firmen gearbeitet, die nicht gut waren und an Projekten, die es auch nicht waren.“
Nach seiner Valve-Zeit war Gooseman an mehreren Titeln beteiligt, darunter Tactical Intervention, Rust und Black Desert Online. Der große Durchbruch blieb aber aus.
Ein Neuanfang mit „Alpha Response“
Heute arbeitet er an einem neuen Projekt: Alpha Response, ein taktischer Shooter, in dem Spieler als Sondereinheit Bomben entschärfen oder Geiseln retten. Das Spiel ist seit Kurzem im Early Access auf Steam verfügbar, konnte jedoch bislang nur kurzzeitig rund 1.500 Spieler gleichzeitig begeistern. In den letzten 24 Stunden waren es gerade mal 52 (via SteamDB.info).
Trotz der Zahlen bleibt der Counter-Strike-Erfinder optimistisch. Der Titel spiegele seine persönliche Entwicklung und kreative Freiheit wider. Etwas, das ihm bei Valve gefehlt habe. Die Geschichte von Gooseman zeigt, wie schmal der Grat zwischen Legendenstatus und Vergessenheit im Gaming-Business sein kann. Sein Abschied von Valve war mutig, aber teuer.
Übrigens bekommt Counter-Strike 1.6, also das „ursprüngliche CS“ ein komplettes Remake spendiert. Die Popularität von Counter-Strike 2 kennt unlängst keine Grenzen. Für einen wirklich langweiligen MAC-10-Skin zahlte ein Sammler 45.000 US-Dollar. Die besten CS2-Einstellungen für mehr FPS bekommst du übrigens auch bei uns.


