CoreWeave wächst rasant – Verluste und Investorenunsicherheit belasten Aktie
Trotz eines Umsatzsprungs von 1,2 Mrd. US-Dollar im zweiten Quartal – mehr als dreimal so viel wie im Vorjahr und über den Analystenerwartungen – verlor die Aktie von CoreWeave im nachbörslichen Handel zeitweise 11 Prozent. Grund war ein höherer Nettoverlust von 291 Mio. US-Dollar, deutlich über den prognostizierten 241 Mio. US-Dollar.
Der US-Betreiber von AI-Rechenzentren hat massiv Schulden aufgenommen, um die steigende Nachfrage nach Rechenleistung für generative KI zu bedienen. Die Investitionen in neue Kapazitäten erreichten mit 2,9 Mrd. US-Dollar einen Rekordwert. CEO und Mitgründer Michael Intrator sprach von einer Nachfrage, die schneller wachse als die Baugeschwindigkeit der Infrastruktur. Neu hinzugekommen seien große Kunden aus dem Finanzsektor wie Jane Street, Goldman Sachs und Morgan Stanley.
Seit dem Börsendebüt im März hat sich der Kurs zeitweise um 270 Prozent gesteigert – doch die hohe Bewertung macht Investoren sensibel für jede Abweichung von Erwartungen. Besonders im Fokus steht das Auslaufen der Lock-up-Frist in den kommenden Tagen, das frühen Investoren erstmals Aktienverkäufe ermöglicht. Analyst Raimo Lenschow (Barclays) bezeichnete das Quartal als „gesund“, erwartet aber potenziell starke Kursbewegungen durch den Ablauf der Sperrfrist.
CoreWeave verfügt über gesicherte, aber noch nicht erfüllte Auftragsvolumina von 30 Mrd. US-Dollar. Parallel treibt das Unternehmen den geplanten 9 Mrd. US-Dollar-Kauf von Core Scientific voran – ein Deal, der auf Widerstand eines Großaktionärs stößt. Kritiker fordern verbindlichere Preisgarantien, da das Angebot an CoreWeave-Aktien gebunden ist und ohne Absicherung gegen Kursrückgänge kommt.

