Control Resonant: Remedy verspricht ambitioniertestes RPG-Sequel aller Zeiten
Remedy Entertainment ist wahrlich nicht dafür bekannt, kleine Brötchen zu backen. Nachdem das finnische Studio mit Alan Wake 2 die Grenzen des visuellen Erzählens neu definiert hat, könnte man meinen, sie würden sich auf ihren Lorbeeren ausruhen. Weit gefehlt. Mit Control Resonant, dem direkten Nachfolger des Überraschungshits von 2017, wagt sich das Team aus seiner Komfortzone heraus und kündigt nichts Geringeres als das „größte und ambitionierteste Spiel“ ihrer Firmengeschichte an. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer ein braves „More of the Same“ erwartet, wird sein blaues Wunder erleben. Dies ist kein „sicheres Sequel“, sondern ein waghalsiger Sprung in den Abgrund.
Ein paranaturaler Moloch: Manhattan als offener Spielplatz
Vergiss das klaustrophobische „Oldest House“. In Control Resonant schlüpfst du in die Haut von Dylan Faden – ja, richtig gelesen, nicht Jesse – der sich durch ein von übernatürlichen Kräften verzerrtes Manhattan kämpft. Remedy bricht hier mit alten Strukturen und öffnet das Korsett der Linearität. Das Spiel wird als „Open-Ended Action RPG“ beschrieben. Was das bedeutet? Manhattan ist nicht bloß Kulisse, sondern ein lebendiger, pulsierender Organismus voller „expansiver Zonen“. Du hast die Freiheit, Missionen und Begegnungen in einer Reihenfolge deiner Wahl anzugehen. Es ist ein radikaler Bruch mit den bisherigen Schlauchlevel-Strukturen und verspricht eine spielerische Freiheit, die man so von den Finnen bisher kaum kannte. Co-Creative Director Mikael Kasurinen verspricht eine Welt, die Neugier belohnt und voller Geheimnisse steckt, die nur darauf warten, von wagemutigen Entdeckern gelüftet zu werden.
Dylan Faden und die Qual der Wahl
Die narrative Wucht, für die Remedy berühmt ist, wird auch hier nicht fehlen, doch sie bekommt eine neue Dimension: Konsequenz. Dylan, der verzweifelt nach seiner verschwundenen Schwester sucht, ist mit dem transformierenden „Aberrant“ bewaffnet – einer Waffe, die sich der Situation anpasst. Doch viel schwerwiegender als die Wahl der Munition werden die moralischen Entscheidungen sein. Remedy spricht von „unmöglichen Entscheidungen“, die du treffen musst und die das „Schicksal der Menschheit“ besiegeln könnten. Dylan muss sich nicht nur Monstern stellen, sondern auch den Dämonen seiner eigenen Vergangenheit. Das klingt nach einer emotionalen Achterbahnfahrt, bei der du nicht nur Zuschauer, sondern Richter und Henker zugleich bist.
Geduld ist eine Tugend – aber wie lange noch?
Die Ambitionen sind gigantisch: „Wir wollen die Grenzen dessen sprengen, was wir tun können, und wir glauben, nach 7 Jahren ist es das, was ihr, die Fans, verdient“, verkündete das Studio via Twitter (bzw. X). Doch wann sehen wir mehr von diesem Monstrum? Remedy verspricht, „bald“ tiefer in Dylans Mission einzutauchen. Ob dieses „bald“ eher auf ein State of Play im Frühling oder ein Summer Game Fest hindeutet, steht noch in den Sternen. Fest steht nur: Die Erwartungshaltung ist nun astronomisch hoch.


