Commerzbank unter Druck: Verhandlungsmarathon um Stellenabbau
Die Commerzbank nähert sich mit großen Schritten einem entscheidenden Punkt in den Verhandlungen über den geplanten Stellenabbau. Laut Betriebsratschef Sascha Uebel, sind die letzten Feinheiten in Bezug auf den Rahmensozialplan und den Rahmeninteressenausgleich bald geklärt. In einer Sondersitzung am 14. Mai in Wiesbaden soll der Gesamtbetriebsrat diese Beschlüsse bereits ratifizieren.
Der Schritt ist Teil einer größeren Strategie der Commerzbank, um bis 2027 rund 3.900 Stellen abzubauen, davon 3.300 in Deutschland. Währenddessen werden in Polen und Asien neue Arbeitsplätze geschaffen, um die globale Anzahl der Beschäftigten bei den bisherigen 36.700 Vollzeitstellen zu halten.
Hintergrund dieser Maßnahmen ist der wachsende Druck der italienischen Unicredit, die nach dem Teilrückzug des Bundes von der teilverstaatlichten Commerzbank ihren Einfluss ausbaut. Unicredit-CEO Andrea Orcel hat wiederholt den Zusammenschluss als vorteilhaft propagiert, obwohl sich in Deutschland starker Widerstand regt. Noch immer hält der deutsche Staat über zwölf Prozent der Anteile.
Angesichts der drohenden Übernahmepläne, nutzt der Gesamtbetriebsrat zusammen mit Verdi die bevorstehende Hauptversammlung der Commerzbank am 15. Mai, um ihren Protest zu verstärken. Eine "bewegte Betriebsversammlung" soll die Bedeutung der Eigenständigkeit der Commerzbank unterstreichen und den Aktionären zeigen, dass diese vehement verteidigt wird.

