Chipsektor unter Druck: Kursverluste bei Infineon und STMicroelectronics
Der Einfluss der US-amerikanischen Chipgesellschaft Micron hat am Freitag auch in Europa für spürbare Turbulenzen gesorgt und drückte den Kurs des deutschen Chipherstellers Infineon weiter in den Keller. Gegen Mittag verzeichneten die Infineon-Aktien einen deutlichen Rückgang von 3,6 Prozent auf 33 Euro und unterschritten damit ihre exponentielle 200-Tage-Linie, ein weithin beachtetes Zeichen für langfristige Trends.
Seit ihrem Hoch im Februar haben die Papiere rund 16 Prozent an Wert verloren. Der europäische Konkurrent STMicroelectronics notierte ebenfalls mit einem Verlust von über drei Prozent.
Micron konnte sich bis vor kurzem dem allgemein getrübten Stimmungslage an der Nasdaq-Börse entziehen und erzielte bemerkenswerte Kursgewinne, die das Jahresplus auf 22 Prozent schraubten. Doch nun zeigt sich auch bei dem amerikanischen Speicherchip-Spezialisten, wie die gedrückte Stimmung innerhalb der US-Technologiebranche an Einfluss gewinnt.
Obwohl erste Befunde hinsichtlich Microns Umsatzprognosen für das laufende Quartal, angetrieben durch die robuste Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz, positiv bewertet wurden, trübte sich die allgemeine Stimmung schnell ein. Diese wurde durch die Analysten von JPMorgan, wie Harlan Sur, noch als 'stark' bezeichnet, jedoch stürzten die Wertpapiere des Unternehmens im vorbörslichen Handel in New York um etwa drei Prozent ab.
Auch der Nasdaq-100-Index zeigte mit Indikationen von minus 0,4 Prozent keine Erholungstendenzen.

