Chinas Industriestimmung weiter im Keller: Minimaler Anstieg ohne große Wirkung
Die wirtschaftlichen Wolken über Chinas Industrie scheinen sich vorerst nicht zu lichten. Der staatliche Einkaufsmanagerindex, ein Barometer für die Stimmungslage in großen, meist staatlichen Unternehmen, verharrte im August mit 49,9 Punkten unter dem neutralen Schwellenwert. Obwohl dieser leichte Anstieg um 0,1 Punkte gegenüber dem Juli von offizieller Seite gemeldet wurde, bleibt das Signal klar: Die Industrieaktivität nimmt weiterhin ab, sobald der Wert unter 50 liegt.
Für Analysten und wirtschaftliche Entscheider ist der Einkaufsmanagerindex ein essenzieller Frühindikator. Er überschreitet die 50-Punkte-Marke, wenn eine Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität erwartet wird. Bleibt der Index darunter, zeugt dies von einer Abschwächung, wie sie aktuell im Reich der Mitte zu beobachten ist.
Hintergrund dieser ernüchternden Entwicklung sind mehrere Herausforderungen: Eine fortdauernde Immobilienkrise, schwächelnder Binnenkonsum und ein belasteter Handel infolge des Zollstreits mit den USA. US-Präsident Donald Trump hatte drastische Zölle von 145 Prozent auf chinesische Einfuhren angekündigt, worauf China mit 125-prozentigen Zöllen auf US-Waren reagierte. Aktuell gilt jedoch eine vorläufige Übereinkunft, die bis November die bestehenden Abgaben auf 30 bzw. 10 Prozent beschränkt.

