Chinas Deflationsdilemma: Verbraucherpreise sinken überraschend stark
Erstmals seit über einem Jahr verzeichnen Chinas Verbraucherpreise einen signifikanten Rückgang, der die Erwartungen übertrifft. Das nationale Statistikamt meldet für den Monat Februar einen Rückgang des Verbraucherpreisindex um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, während Analysten lediglich einen Rückgang von 0,4 Prozent erwartet hatten.
Diese Entwicklung fällt mit der Tagung des Volkskongresses zusammen, bei der die Regierung das Inflationsziel für 2025 auf zwei Prozent anpasste. Damit verabschiedet sich China von seinem bisherigen Dreiprozentziel, was Experten als pragmatische Maßnahme in Zeiten zunehmender Deflation sehen.
Die gesunkenen Preise könnten durch die veränderte Lage des Frühlingsfestes erklärt werden, das im Gegensatz zum Vorjahr größtenteils im Januar stattfand und den Konsumdruck im Februar reduzierte. Dieses Fest ist bekannt dafür, dass Millionen Chinesen verreisen und konsumieren, was üblicherweise zu Preisanstiegen führt.
Trotz der kurzfristigen Kaufkraftsteigerung durch sinkende Preise sehen Ökonomen eine anhaltende Deflation mit Sorge. Sie könnte langfristig die Margen der Unternehmen schwächen und negative Effekte auf Löhne und Beschäftigung haben.
Mit Blick auf die schwache Inlandsnachfrage plant Peking, den Konsum durch milliardenschwere Eintauschprogramme für alte Haushaltsgeräte und Fahrzeuge anzukurbeln, um die Wirtschaftsaktivität zu stimulieren.

