China kontert: Gegensanktionen auf EU-Medizinprodukte
China hat angekündigt, als Reaktion auf neue Beschränkungen aus der EU, selbst Gegenmaßnahmen auf Medizinprodukte aus der EU zu ergreifen. Die Entscheidung, "gleichwertige Maßnahmen" umzusetzen, wurde von einem Sprecher des chinesischen Handelsministeriums mit dem Schutz der legitimen Interessen chinesischer Unternehmen begründet.
Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua gab bekannt, dass Peking auf faire Wettbewerbsbedingungen dringt. Hintergrund ist die Entscheidung der EU-Kommission vom 20. Juni, mit der chinesische Anbieter bei öffentlichen Ausschreibungen für Medizinprodukte über fünf Millionen Euro ausgeschlossen wurden.
Dies betrifft eine Vielzahl medizinischer Produkte, darunter Geräte für die Beatmung, Röntgen sowie Sterilisierung, ebenso wie Rollstühle und Verbandmaterialien. Seit Sonntag gilt nun auch in China eine entsprechende Regel: EU-Unternehmen werden bei Ausschreibungen für Medizingeräte über 45 Millionen Yuan (ungefähr 5,3 Millionen Euro) ausgeschlossen.
Unternehmen, die in China produzieren, sind von diesen Sanktionen jedoch nicht betroffen. Peking kritisiert das Vorgehen der EU als protektionistisch und bezeichnet es als doppelmoralisch, da trotz Gesprächsbereitschaft seitens China, die EU einseitig Maßnahmen ergriffen habe.

