China kauft verstärkt Sojabohnen aus Argentinien – US-Farmer im Hintertreffen
In einer bemerkenswerten Verschiebung auf dem globalen Sojamarkt hat China seine Sojabohnenkäufe aus Argentinien deutlich ausgeweitet, nachdem das südamerikanische Land die Exportsteuern für wichtige Agrarprodukte, darunter Sojabohnen, ausgesetzt hat. Die chinesischen Importeure haben ihre Bestellungen auf mindestens 35 Ladungen erhöht, im Vergleich zu den ursprünglich geplanten 20 Sendungen, berichten informierte Kreise, die anonym bleiben möchten.
Die meisten dieser Sojabohnenlieferungen sollen im November verschifft werden. Diese Veränderung der Handelsströme zeigt eine deutliche Abkehr von der traditionellen Beschaffungsroute, die in den Herbstmonaten typischerweise über die USA führte. Der Grundstein für diese Entwicklung liegt in Chinas zunehmender Abhängigkeit von Brasilien, das mittlerweile größte Lieferland für Sojabohnen der Asiaten, die vor allem zu Speiseöl und Tierfutter verarbeitet werden.
Bis zum 11. September, knapp zwei Wochen nach Beginn der neuen US-Marketing-Saison, hatte China jedoch keine einzige amerikanische Schiffsladung gebucht – ein Novum seit 1999, wie Daten des US-Landwirtschaftsministeriums zeigen. Die aus Argentinien georderten Mengen belaufen sich auf über 2,27 Millionen Tonnen und übertreffen damit den bisherigen monatlichen Importrekord aus dem Jahr 2015.
Einige dieser bisherigen Bestellungen sind zudem für den Transport im nächsten Jahr vorgesehen, sobald die neue argentinische Ernte verfügbar ist. Die überraschende Steueraussetzung durch Buenos Aires hat Argentiniens Devisenmarkt mit Dollar überschüttet und den Druck auf die Regierung erhöht, ihre Währungsreserven wieder aufzustocken.

