Chamath Palihapitiya wagt Spac-Comeback mit 250-Millionen-Dollar-Vehikel
Chamath Palihapitiya, in den Hochzeiten der Pandemie als „Spac King“ bekannt geworden, kehrt mit einem neuen Blankoscheck-Unternehmen an den Markt zurück. Sein American Exceptionalism Acquisition Corp will 250 Mio. US-Dollar einsammeln und soll unter dem Kürzel AEXA an der New Yorker Börse notieren, wie aus einem vorläufigen Prospekt hervorgeht.
Palihapitiya hatte zwischen 2020 und 2021 mehr als zehn Spacs an die Börse gebracht, darunter Transaktionen in so unterschiedliche Bereiche wie Flugtaxis oder Weltraumtourismus. Viele dieser Deals verloren später massiv an Wert, als steigende Zinsen die Spac-Euphorie abrupt beendeten. In den vergangenen Monaten jedoch hat die jüngste Marktvolatilität – ausgelöst durch Donald Trumps Handelspolitik – Spacs als Alternative zum klassischen IPO wieder ins Gespräch gebracht.
Trotz deutlicher Skepsis seiner eigenen Anhänger – mehr als 70 Prozent einer Umfrage auf X sprachen sich gegen ein Comeback aus – kündigte Palihapitiya nun an, er sehe erneut Chancen. In einem offenen Brief an die Unterstützer seiner Venture-Capital-Firma Social Capital betonte er, die größten Renditen seien künftig bei Unternehmen zu finden, „die fundamentale Risiken unserer globalen Verflechtungen adressieren und zugleich amerikanische Stärke untermauern“. Als Zielbranchen nannte er Energie, Künstliche Intelligenz, Kryptowährungen und Verteidigung.
Spacs, formal leere Mantelgesellschaften ohne Geschäftsbetrieb, ermöglichen privaten Unternehmen den Börsengang über eine Fusion statt eines traditionellen IPO. Kritiker bemängeln mangelnde Transparenz, doch Palihapitiya verweist auf die „Opazität“ klassischer Börsengänge und das Versagen der Banken bei der fairen Preisfindung. Gleichwohl warnte er Kleinanleger ausdrücklich: Das Risiko eines Totalverlustes sei erheblich, man müsse bereit sein, Verluste „wie im Casino“ zu akzeptieren.


