Cancom startet Aktienrückkauf: Überraschung an der Börse trotz langjähriger Herausforderungen
Der IT-Dienstleister Cancom hat die Finanzmärkte mit der Ankündigung eines Aktienrückkaufs überrascht. Vom 22. September dieses Jahres bis spätestens zum 18. September 2026 plant das Unternehmen, über die Börse bis zu 3,2 Millionen eigene Aktien zu erwerben. Dies entspricht bis zu zehn Prozent des Grundkapitals des SDax-gelisteten Unternehmens. Die erworbenen Aktien können für alle rechtlich zulässigen Zwecke genutzt werden.
Diese Nachricht ließ den Kurs der Cancom-Aktie am Mittwoch deutlich steigen. Anleger reagierten positiv und der Kurs legte um mehr als fünf Prozent zu. Dennoch bleibt die längerfristige Performance der Aktie herausfordernd: Seit Jahresbeginn verzeichnete sie einen Rückgang von 11,5 Prozent, innerhalb der letzten zwölf Monate sogar von 18 Prozent. Über die vergangenen fünf Jahre hat sich der Wert der Aktie halbiert.
Neben Cancom kämpft auch der Konkurrent Bechtle mit ähnlichen Schwierigkeiten. In den vergangenen Jahren führten die angespannte Haushaltslage und politische Unsicherheiten, insbesondere das Ende der Ampel-Koalition auf Bundesebene, zu Herausforderungen bei Aufträgen. Auch im Mittelstand belastete die schwache Wirtschaftslage in Deutschland und Europa die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen. Beide Unternehmen haben zahlreiche Kunden im öffentlichen Sektor sowie bei kleinen und mittelständischen Firmen und stehen vor der Aufgabe, ihre strategischen Planungen an diese Marktbedingungen anzupassen.

