BYD: Citi sieht Kurspotenzial – Aktie erobert 50-Tage-Linie zurück
Schwacher Jahresauftakt – Verkäufe rückläufig
Im Januar setzte BYD insgesamt 205.518 Fahrzeuge ab. Davon entfielen:
- 83.249 Einheiten auf reine batterieelektrische Fahrzeuge (BEV)
- 122.269 Einheiten auf Plug-in-Hybride (PHEV)
Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang von rund 30 Prozent. Es war zugleich der schwächste Januar seit 2020.
Die Gründe sind struktureller Natur. Chinas Industriepolitik hat sich neu ausgerichtet. Während Hersteller von Elektrofahrzeugen in den vergangenen Jahren massiv subventioniert wurden, spielt der Sektor im aktuellen Fünf-Jahres-Plan eine weniger dominante Rolle. Gleichzeitig verschärft sich der Preis- und Technologiewettbewerb im heimischen Markt erheblich.
Margendruck im Heimatmarkt
Der chinesische NEV-Markt (New Energy Vehicles) bleibt zwar groß, doch das Wachstum verlangsamt sich. Hersteller liefern sich aggressive Preiskämpfe, um Marktanteile zu verteidigen. Für BYD bedeutet das kurzfristig Margenbelastungen.
Analyst Jeff Chung von Citi geht jedoch davon aus, dass das erste Quartal 2026 den zyklischen Tiefpunkt im chinesischen Elektroautogeschäft markieren könnte. Neue Produktvorstellungen und Preisanpassungen, die für Ende Februar und Anfang März angekündigt sind, könnten zusätzliche Impulse setzen.
Das Kursziel der Citi liegt bei 174 Hongkong-Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau.
Internationale Expansion als strategischer Hebel
Um den Gegenwind in China abzufedern, setzt BYD verstärkt auf Auslandsmärkte. Europa, Südostasien und Lateinamerika gelten als strategische Wachstumssäulen. Produktionskapazitäten außerhalb Chinas sollen helfen, Handelsbarrieren und politische Risiken zu reduzieren.
Die internationale Diversifizierung wird für die Bewertung zunehmend entscheidend. Investoren honorieren nicht nur Absatzvolumen, sondern auch regionale Resilienz.
Charttechnik hellt sich auf
Nach einem Rückgang von rund 40 Prozent vom Hoch hat sich die Aktie stabilisiert. Mit dem Überwinden der 50-Tage-Linie wurde ein erstes positives Signal gesetzt. Entscheidend ist nun, dass das Papier über 96,65 Hongkong-Dollar bleibt.
Im nächsten Schritt müsste die Aktie auch die 100-Tage-Linie überwinden, um den mittelfristigen Trend zu bestätigen.
Fazit
BYD steht im Heimatmarkt weiter unter Druck – sowohl preislich als auch politisch. Gleichzeitig verfügt der Konzern über Skalenvorteile, technologische Kompetenz und eine zunehmend globale Aufstellung.
Die Citi setzt auf eine operative Erholung ab dem zweiten Quartal und sieht erhebliches Kurspotenzial.
Ob die Aktie den Turnaround nachhaltig schafft, hängt davon ab, ob Absatzwachstum und Margenstabilisierung tatsächlich zusammenfinden.


